Welt : Was Verbraucher jetzt tun müssen

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SCHÄDEN MELDEN

Werden Dachziegel oder Äste auf Ihr Auto geschleudert, ist das ein Fall für die Kfz-Teilkaskoversicherung. Sie zahlt bei Stürmen ab Windstärke acht, also auch für Kyrill. Wer eine Vollkaskoversicherung hat, ist ebenfalls geschützt. Der Teilkaskoschutz ist in der Vollkasko-Policen enthalten.

Hausbesitzer bekommen Ersatz für Sturmschäden von ihrer Wohngebäudeversicherung, vorausgesetzt ihr Vertrag schließt das Sturmrisiko (auch hier Windstärke acht) ein. Die Versicherung zahlt alle Schäden, die am Haus selbst entstehen, aber auch Folgeschäden . Drückt der Wind ein Fenster auf und durchweicht dann der Regen das Parkett, zahlt die Wohngebäudeversicherung. Hat man aber vergessen, das Fenster zu schließen, muss die Versicherung nicht zahlen. Läuft der Keller voll, weil die Gullys das Regenwasser nicht mehr aufnehmen können, bekommen Hausbesitzer nur Geld, wenn sie eine Überschwemmungspolice haben.

Mieter können Sturmschäden an Möbeln oder Antennen über die Hausratversicherung regulieren – aber nur, wenn sie die Wohnung gesichert hatten. „Wer das Fenster offen lässt, kann nichts verlangen“, heißt es bei der Allianz.

Für alle Versicherten gilt: Zeigen Sie Ihre Schäden der Versicherung umgehend an und tun Sie alles, um den Schaden möglichst klein zu halten (Löcher zudecken, Plane übers Dach legen).

BAHNTICKETS UMTAUSCHEN

Der Konzern hat eine Orkan-Hotline eingerichtet. Sie informiert aber nur über den Stand der Störungen. Wer Entschädigungen einfordern will, kann das telefonisch (für Bahncard-Kunden 01805-340035, sonst 01805-194195) oder per Internet (spezielle Links auf www.bahn.de/kontakt). Allerdings will die Bahn jeden Einzelfall prüfen, weil kein Eigenverschulden des Unternehmens vorliege, sondern höhere Gewalt. Und in diesem Fall ist die Bahn nicht verpflichtet, Kunden einen Ausgleich zu gewähren. Alle Zahlungen und Leistungen gibt es nur aus Kulanz.

KOSTEN ERSTATTEN LASSEN

Im Fall eines abgesagten Fluges hat ein Kunde keinen Anspruch auf Entschädigung. Er bekommt nur den Flugpreis zurück. Eine Bearbeitungsgebühr darf die Fluggesellschaft nicht erheben. Sie muss sich um gestrandete Passagiere kümmern – etwa indem sie ein Hotel besorgt und Essen bereitstellt. „Wer diese Fürsorgepflicht verletzt, muss die entstehenden Folgekosten tragen“, sagt Sabine Fischer von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Dies sei bei Billigfliegern aber erfahrungsgemäß schwierig.

MIT DEM CHEF REDEN

Der Arbeitgeber muss Fehlzeiten nur teilweise hinnehmen und bezahlen. „Das Gesetz knüpft immer an persönliche Gründe an“, erklärt Martin Diller, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart. Dauert die Fahrt zum und vom Arbeitsplatz länger, ist das allein ein Problem des Arbeitnehmers. Wenn aber ein Kind von der Schule abgeholt werden muss, weil diese wegen des Sturms früher schließt, ist dies ein persönlicher Grund. Der Arbeitgeber müsse ein früheres Arbeitsende ermöglichen, wenn nicht betriebliche Gründe dies verhindern. brö/hej/hop/AFP

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