Welt : Wehrpflichtiger bei nächtlicher Übung hinterrücks erschossen

Zeitsoldat schwer verletzt / Bundespräsident kondoliert BERGEN/SOLTAU (dpa/AP).Ein 19 Jahre alter Bundeswehrrekrut ist bei einem nächtlichen Manöver auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Bergen von einem Kameraden erschossen worden.Ein 26 Jahre alter Zeitsoldat wurde schwer verletzt, teilte die Polizei in Soltau am Donnerstag mit.Zwei Soldaten hätten zu früh gefeuert und so ihre Kameraden getroffen.Ein Sprecher der Luftwaffe sprach von einem "tragischen Unfall".Er sei vermutlich auf eine Mißachtung der Sicherheitsvorschriften zurückzuführen. Bundespräsident Herzog sprach den Angehörigen des gestorbenen Bundeswehrsoldaten am Donnerstag sein Beileid aus.Dem bei der Übung verletzten Soldaten wünschte er eine vollständige Genesung.Herzog war am Donnerstag auf dem Truppenübungsplatz Bergen zu Besuch, um dort britische Verbände zu begrüßen.Er beobachtete eine Gefechtsübung mit scharfer Munition. Nach den bislang vorliegenden Ermittlungen war die Einheit aus Goslar am Mittwoch abend zu einem nächtlichen Schießen auf den Übungsplatz ausgerückt.Während im Gefechtsstand scharf geschossen wurde, warteten dahinter in rund 100 Metern Entfernung Soldaten auf ihren Einsatz.Aus ihren Reihen fielen offenbar die Schüsse.Einer traf den aus Leipzig stammenden 19jährigen Wehrpflichtigen in den Rücken.Sein 26 Jahre alter Kamerad wurde an Arm und Oberschenkel verletzt.Die Schützen hätten irrtümlich angenommen, sie seien nicht mehr in der Wartestellung, sondern schon in der Gefechtsbahn, erklärte der Sprecher.Im Gefechtsstand sei man erst aufmerksam geworden, nachdem die beiden Soldaten "plötzlich umgefallen" seien, sagte der Kommandeur des Übungsplatzes. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion des Toten an.Alle Gewehre der an der Schießübung beteiligten Soldaten wurden beschlagnahmt, um zu ermitteln aus welcher Waffe das tödliche Projektil stammte.Das Verteidigungsministerium nahm eigene Untersuchungen auf.

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