Welt : Weiberfastnacht: Frauen an die Macht

Mit der Weiberfastnacht wird im Rheinland traditionell der Höhepunkt der fünften Jahreszeit eingeläutet. Am Donnerstag vor Rosenmontag übernehmen die Weiber die Macht. Das Fest, an dem die Frauen die Rathäuser stürmen, Krawatten abschneiden und die Männerwelt "bützen" (küssen), wurde vor 176 Jahren im Bonner Stadtteil Beuel erfunden. 1824 gründete sich dort das erste Damenkomitee, rissen die Weiber erstmals die Herrschaft an sich.

Es waren die resoluten Beueler Wäscherinnen, die beschlossen, einmal im Jahr nicht nur Wäsche, sondern auch ihre Männer in die Mangel zu nehmen. Die Frauen arbeiteten an diesem Tag nicht, sondern trafen sich zum Kaffeeklatsch. Später vesperten sie mit Liedern, Gedichten und Vorträgen, im Rheinischen "Krätzje" und "Verzällche" genannt. Daraus entstanden später die traditionellen Sitzungen der Damenkomitees.

In Beuel wird jährlich eine Wäscherprinzessin gekürt. Seit 1957 erstürmt sie mit den "Wievern" in jedem Jahr das Rathaus. Weiberfastnacht wird aber inzwischen im gesamten Rheinland und auch in anderen deutschen Karnevalshochburgen gefeiert. In Köln und Düsseldorf ist der Tag ein "ungesetzlicher" Feiertag. Ab 11.11 Uhr bleibt die Arbeit liegen.

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