Welt : Weibliche Mücken lieben Fußkäse Anti-Nobelpreise

für skurrile Studien

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Cambridge - Forschungen zu den Essgewohnheiten von Mistkäfern, eine Studie zu Kopfschmerzen bei Spechten und die Entwicklung eines Schutzmittels gegen herumlungernde Jugendliche – bahnbrechende Studien wie diese sind am Donnerstagabend in Havard mit dem IgNobel-Preis geehrt worden. Die ironische Auszeichnung wird dabei von der wissenschaftlichen Gemeinschaft offensichtlich immer ernster genommen: Acht von zehn IgNobel-Preisgewinnern reisten für die zweistündige Zeremonie auf eigene Kosten an. Während alle Welt auf die Gewinner der diesjährigen Nobelpreise der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Stockholm blickt, zeigte die Preisverleihung in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts, welch skurrile Blüten die Wissenschaft treiben kann: Die US-Forscher Ivan Schwab und Philip May erhielten den Preis für Ornithologie für ihre Arbeiten über die Fähigkeit von Spechten, beim Baumklopfen Kopfverletzungen zu vermeiden. Der Ernährungspreis ging an Forscher aus Kuwait, die nachgewiesen haben, dass Mistkäfer ihre Mahlzeiten durchaus penibel auswählen.

Howard Stapleton aus Wales wurde für seine Entwicklung eines Schutzmittels gegen Herumlungernde mit dem Friedens-IgNobel-Preis ausgezeichnet: Das Gerät gibt einen nervtötenden Ton von sich, den nur Jugendliche hören können, nicht aber Erwachsene. Im Anschluss entwickelte Stapleton Handy-Klingeltöne, die nur Schüler hören, während ihre Lehrer sie nicht wahrnehmen. Im Fachbereich Biologie wurden vergleichende Forschungen zur Anziehungskraft von Limburger Käse und menschlichen Füßen auf weibliche Malariamücken ausgezeichnet. Das Ergebnis: Beide ziehen die Tiere gleichermaßen an. Francis Fesmire von der University of Tennessee wurde mit dem IgNobel-Preis für Medizin ausgezeichnet. Er hatte mögliche Therapiemethoden für hartnäckigen Schluckauf durch rektale Fingermassage untersucht. In seiner Dankesrede scherzte der mit Latexhandschuhen bewehrte Fesmire, er habe nach der Nachricht vom Preis zuerst eine Reise nach Stockholm gebucht, bevor er bemerkt habe, dass er nur den IgNobel-Preis erhalten habe.

Drei US-Forscher wurden für die Untersuchung der Frage geehrt, warum Menschen das Geräusch von kratzenden Fingernägeln auf einer Tafel nicht leiden können – und regten das Publikum bei der Verleihung dazu an, genau dieses Geräusch im Saal nachzuahmen. Der Physik-IgNobel ging an Basile Audoly und Sebastien Neukirch aus Paris für ihre Untersuchungen, warum trockene Spaghetti meist in mehr als zwei Teile zerbrechen.

Für ihre Reden hatten die Preisträger genau eine Minute Zeit. Kontrolliert wurden sie dabei von einem achtjährigen Mädchen, das nicht auf den Mund gefallen war. Die Teilnehmer der Zeremonie widersetzten sich neuen Sicherheitsregeln, nach denen sie nicht mehr Papierflugzeuge auf die Bühne werfen sollten. Ebenfalls den Traditionen entsprechend fegte Havard-Professor Roy Glauber während der Feier unentwegt die Bühne. Das englische „ignoble“ bedeutet „schändlich“, oder „unwürdig“. AFP

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