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Weihnachtsbotschaft : Papst ruft Palästinenser und Israelis zu Gesprächen auf

Papst Franziskus forderte in seiner Weihnachtsbotschaft stärkere Friedensbemühungen für Nahost. Anschließend spendete er den Segen "Urbi et orbi".

Zehntausende Menschen verfolgten die Worte des Papstes auf dem Petersplatz in Rom.
Zehntausende Menschen verfolgten die Worte des Papstes auf dem Petersplatz in Rom.Foto: AFP

Papst Franziskus hat in seiner Weihnachtsbotschaft zum Frieden im Nahen Osten aufgerufen. Gerade dort, wo Jesus als menschgewordener Sohn Gottes zur Welt gekommen sei, gingen Spannungen und Gewalt weiter, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag in seiner Ansprache von der Loggia des Petersdoms. "Mögen Israelis und Palästinenser wieder in direkten Dialog miteinander treten und zu einer Übereinkunft gelangen, die den beiden Völkern erlaubt, in Harmonie zusammenzuleben", sagte Franziskus.

Papst wünscht sich Ende des "Waffendröhnens" in Syrien

Der Papst äußerte zugleich die Hoffnung auf ein baldiges Ende des "Waffendröhnens" in Syrien. Ebenso wichtig sei, dass die Vereinbarung über eine Einheitsregierung in Libyen die Unterstützung aller finde. Der Papst erinnerte auch an die Opfer der Terroranschläge.

Die Botschaft von der Loggia des Petersdoms und der Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) sind ein Höhepunkt der christlichen Weihnacht. Zehntausende Menschen verfolgten die Worte auf dem wegen Terrorgefahr in diesem Jahr besonders gesicherten Petersplatz. Millionen sahen im Fernsehen oder im Internet zu. Am Heiligabend hatte der Papst im Petersdom die moderne Konsumgesellschaft angeprangert.

Franziskus rügt in Christmette moderne Konsumgesellschaft

In der Christmette am Heiligabend hatte er zuvor die moderne Konsumgesellschaft kritisiert. Im Petersdom erinnerte er daran, dass Jesus in einem Stall in großer Armut geboren worden sei.

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Papst kritisiert 'Kultur der Gleichgültigkeit'
Papst kritisiert 'Kultur der Gleichgültigkeit'

"Dieses Kind lehrt uns, was wirklich wesentlich ist in unserem Leben", sagte Franziskus. "In einer Gesellschaft, die oft trunken ist von Konsum und Vergnügung, von Überfluss und Luxus, von Augenschein und Eigenliebe, ruft er uns zu einem nüchtern-besonnenen, das heißt einfachen, ausgewogenen und gradlinigen Verhalten auf, das fähig ist, das Wesentliche zu erfassen und zu leben", sagte der Papst. In einer "Kultur der Gleichgültigkeit" solle der Lebensstil der Christen erfüllt sein von Erbarmen, Einfühlungsvermögen, Mitleid und Barmherzigkeit.

Nach christlichem Glauben ist mit der Geburt Jesu Gott Mensch geworden. Das Datum ist nicht bekannt, doch wird der Tag seit der Spätantike am 25. Dezember gefeiert.

Dieses Weihnachten fällt in ein außerordentliches Heiliges Jahr, das von Franziskus ausgerufene "Jubiläum der Barmherzigkeit". Am 8. Dezember hatte der Papst die Heilige Pforte des Petersdoms geöffnet und darüber hinaus dazu aufgerufen, in allen Kathedralen der Welt heilige Türen zu öffnen.

Wegen Terrorgefahr verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Wegen Terrorgefahr galten beim Zugang zum Petersdom verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Auf dem Petersplatz erstrahlte der 25 Meter hohe Weihnachtsbaum, den die bayerischen Gemeinden Hirschau, Schnaittenbach und Freudenberg gestiftet hatten. Daneben stand eine Krippe mit 24 lebensgroßen Figuren aus der norditalienischen Provinz Trient.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass der Papst 2016 mit dem Karlspreis ausgezeichnet wird. In einer Zeit, in der viele Menschen in Europa Orientierung suchten, sende er eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung aus, hatte das Karlspreisdirektorium in seiner Begründung mitgeteilt. (dpa)

Was treibt Franziskus an? Lesen Sie hier eine Analyse unseres Korrespondenten Paul Kreiner über den Papst und seine Reformen.

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