Welt : Weihnachtsmann kann den Schlitten nehmen

Der Weihnachtsmann sollte seine Rentiere gut füttern. Sie werden am Heiligen Abend seinen Schlitten durch Berlin-Brandenburg ziehen müssen. Die Chancen auf romantische weiße Weihnachten in der Region stehen in diesem Jahr gut. Der Winter hält Europa weiter fest in seinem eisigen Griff. Selbst am Mittelmeer werden Minus-Temperaturen gemeldet. Dort frieren Italiener, Franzosen und Spanier. In Deutschland gibt es aber nicht mehr überall Dauerfrost. Ohrenschützer und Thermo-Handschuhe sind vor allem im Süden Deutschlands bei Temperaturen von bis zu minus acht Grad weiter angesagt.

Frieren am Mittelmeer

Nach Angaben der Meteorologen strahlt bis zum Montag häufig die Sonne vom eisblauen Himmel, dann rücken vom Norden her Wolken und Schnee nach Deutschland vor. In Bayern sackten die Temperaturen in den Alpentälern in der Nacht zum Samstag erneut unter die Minus-20-Grad-Marke. Am kältesten wurde es dabei in Oberstdorf mit minus 24 Grad. Auf der Zugspitze wurden dagegen "nur" elf Grad unter null gemessen. Bei Tageswerten kaum über minus zehn Grad waren auf den Christkindlmärkten am Samstag besonders Glühwein-Stände umringt. Auch Baden-Württemberg erlebte mit bis zu acht Grad Minus eine eisige Nacht; am Tag blieb es wie in Bayern bei aller Kälte heiter und trocken. Der Verkehr lief weitgehend problemlos.

Weiter im Norden und Osten Deutschlands sorgten dagegen leichte Schneefälle, Blitzeis und Eisregen für zahlreiche Unfälle, die aber zumeist mit Blechschäden endeten.

Im Harz hatten leichte Schneefälle die Landschaft wie mit Zuckerguss überzogen. Auf dem 1142 Mater hohen Brocken lag nach Auskunft des Harzer Verkehrsverbandes der Schnee rund zwölf Zentimeter hoch. Wintersport sei aber weiterhin nicht möglich. Am Sonntag können Spaziergänger im Sonnenschein vom Vorweihnachtsstress entspannen. Sie sollten sich aber warm einpacken, die Höchstwerte erreichen fünf Grad auf Sylt und minus acht Grad in Oberstdorf. Im Norden und Osten können aber einzelne Wolken und auch Schneegriesel dafür sorgen, dass die Menschen den dritten Advent lieber zu Hause verbringen.

Zum Start in die neue Woche werden die Aussichten trüber. Dicke Wolkenschichten verdunkeln den Himmel, es bleibt aber meist trocken. Fans von Wintersport und Schneeballschlachten müssen weiterhin auf eine geschlossene Schneedecke warten. Nur am Alpenrand kann es ein paar Schneeflocken geben. Zur Wochenmitte hin sehen die Meteorologen die Chancen auf Winterpracht steigen. Je näher der vierte Advent rücke, desto mehr Schnee falle bis in die tiefen Lagen. Oberhalb von 300 Metern sei Neuschnee vor Heiligabend "recht wahrscheinlich".

Die Nächte bleiben nach wie vor klirrend kalt. Die Temperaturen liegen bei minus eins bis minus acht, im Süden auch bis minus 15 Grad.

Die schlimmsten Schneefälle seit 15 Jahren haben im Nordosten Spaniens zu chaotischen Verhältnissen geführt und bei Unfällen mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Besonders hart traf es die Millionenstadt Barcelona, wo Hunderttausende Menschen wegen eines Stromausfalls teils bis in die Nacht zum Samstag stundenlang im Dunkeln saßen. Zahlreiche Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten.

Ein Bus mit türkischen Soldaten ist am Samstag in der Nähe der mittelantatolischen Stadt Kayseri bei Schneeglätte einen zehn Meter tiefen Abhang hinuntergestürzt. Sechs Soldaten kamen ums Leben, 38 wurden verletzt. Der Fahrer hatte keine Schneeketten angelegt.

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