Weihnachtszeit : Stern aus Mexiko

Der allseits beliebte Weihnachtsstern stammt ursprünglich aus Mexiko. Bei den Azteken und anderen Völkern der tropischen Regionen war die Pflanze das Symbol des neuen Lebens für die Krieger, die im Kampf gefallen waren.

Mexiko-Stadt - Die Ureinwohner Mexikos haben viele Dinge des Alltags entdeckt, die der Menschheit das Leben erleichterten und versüßten. Dazu gehören die Vanille und die Schokolade. Heute spielen viele von diesen Errungenschaften bei den Vorbereitungen des Weihnachtsfestes in aller Welt eine wichtige Rolle. Auch bei der Dekoration - beispielsweise mit dem Weihnachtsstern.

Ursprünglich wurde dieser in den mexikanischen Bundesstaaten Guerrero und Morelos zur Verschönerung in der kälteren Jahreszeit benutzt. Die Indios nannten ihn "Cuetlaxóchitl", was "Blüte mit Blättern, die so resistent wie Leder sind", bedeutet. Auf Spanisch heißt die Pflanze heute "Nochebuena", Heilige Nacht, weil sie im Dezember ihre bunte Pracht entfaltet. Während der Tannenbaum vor allem grün ist und geschmückt werden muss, ist der Weihnachtsstern schon von Natur aus bunt, jedenfalls zur Weihnachtszeit.

Siegeszug des "Nochebuenas"

Den spanischen Eroberern war die Pflanze sofort aufgefallen, nicht nur weil ihre Blätter so rot wurden. Sie beschrieben sie schon im 16 Jahrhundert als einen "Baum mit sehr bunter Blättern". Bei den Azteken und anderen Völkern der tropischen Regionen war sie das Symbol des neuen Lebens für die Krieger, die im Kampf ums Leben gekommen waren.

Das mexikanische Zentrum der Weihnachtssternanbaus ist heute in Atlixco, unweit des berühmtesten mexikanischen Vulkans, des Popocatépetls. Dort werden derzeit 1,6 Millionen Nochebuenas vermarktet. Den Siegeszug in die Welt hat die Pflanze mit den roten und beigen Blättern im 19. Jahrhundert begonnen. So erzählen es jedenfalls die Gärtner von Atlixco: Ende 1828 kam der US-Botschafter Robert Poincet zu einer Feier auf eine Hacienada in Morelos, wo er die Cuetlaxóchitl zum ersten Mal sah. Poincet sei so fasziniert gewesen, dass er die Pflanze nach seiner Dienstzeit mit nach South Carolina genommen, dort angebaut und vermarktet habe. Allerdings nicht unter dem mexikanischen Namen "Cuetlaxóchitl", sondern als "Poincetia". Heute wird die mexikanischen Pflanze auch in den USA kultiviert und in Europa, vor allem in den Treibhäusern der Niederlande.

Es ist ein Streich der Geschichte, dass die USA die Grenze für die Weihnachtspflanzen aus Mexiko dicht gemacht haben - mit dem Argument, sie könnten von Pilzen befallen sein. Es könnte aber auch sein, das die Nachfahren von Botschafter Poincet ihren Markt schützen wollen: Eine "Nochebuena" aus Mexiko kostet zwei Dollar (1,50 Euro), für die US-Pflanze müssen die Käufer bis zu acht Dollar berappen. (Von Franz Smets, dpa)

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