Wein : Spitzenwinzer sind sauer

14 deutsche Top-Winzer haben mit dem Gault-Millau-Weinguide, dem maßgeblichen deutschen Weinführer gebrochen.

Berlin - Die 14 Winzer fordern den Münchener Christian-Verlag, der die Publikation herausgibt, auf, nichts mehr über ihre Weine zu veröffentlichen. Sie würden auch keine Verkostungsproben mehr einreichen, heißt es in dem offenen Brief, den so renommierte Winzer wie Helmut Dönnhoff, Werner Knipser, Paul Fürst und Egon Müller unterzeichnet haben. Anlass dieses Schritts war ein Vorschlag des Verlags: Er hatte den im Guide vertretenen Winzern angeboten, auf freiwilliger Basis für 195 Euro ein Paket zu erwerben, das unter anderem aus drei Freiexemplaren, einem Türschild und den Rechten am jeweiligen Text bestand. Die Winzer meinen nun, es sei der „positiven Weiterentwicklung unserer Weinkultur abträglich“, wenn die Bewertung von Weingütern und Weinen durch diese Güter mitfinanziert werde.

Chefredakteur Armin Diel betonte auf Tagesspiegel-Anfrage, es handele sich um ein Verlagsangebot, das nichts mit der Aufnahme und redaktionellen Bewertung der Weingüter zu tun habe. Er selbst habe seine Bedenken geäußert, halte den Vorschlag aber für sachlich vertretbar; etwa 350 Winzer hätten bereits positiv reagiert und die Summe bezahlt. Schaden für den Weinführer sieht Diel nicht; er betonte, dass er sich nicht vorschreiben lasse, welche Betriebe darin auftauchen und welche nicht. Einen Zusammenhang des Winzerzorns mit der Bewertung im Guide sieht er nicht. Mehrere der Unterzeichner des Briefs waren bereits „Winzer des Jahres“, zuletzt 2009 Volker und Werner Knipser. Die meisten werden in der höchsten oder zweithöchsten Qualitätskategorie geführt. bm

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