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Weiter Probleme nach Wintereinbruch : Tausende schlafen am Flughafen

Auch am Tag nach dem Schnee-Chaos fallen am Frankfurter Flughafen zahlreiche Flüge aus. Tausende gestrandeter Passagiere mussten dort übernachten. Die Lage entspannt sich nur langsam.

Alles andere als gemütlich: Schlafen am Flughafen.
Alles andere als gemütlich: Schlafen am Flughafen.Foto: dpa

Das Winterwetter bremst den Verkehr in Teilen Deutschlands und Europas weiter aus. Die Lage entspannte sich nur langsam. Am Frankfurter Flughafen mussten bis zu 3000 gestrandete Passagiere die Nacht zu Mittwoch verbringen. Der Tag begann dort mit mehr als 100 gestrichenen Flügen. Auch die Bahn hatte Probleme: Züge mussten langsamer fahren. In Frankreich steckten Tausende Autofahrer fest. Auch in Russland sorgten Schnee und Eis für erhebliche Verkehrsprobleme.

Frankfurter Flughafen

Am Frankfurter Flughafen mussten am Mittwoch bis 11.00 Uhr 107 Flüge abgesagt werden, insgesamt waren für den Tag rund 1300 Verbindungen geplant. „Die Lage normalisiert sich langsam, aber sicher wieder“, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Es seien noch viele Positionen von wartenden Maschinen belegt, deshalb sei der Platz auch für ankommende Flugzeuge knapp. Alle vier Start- und Landebahnen auf Deutschlands größtem Flughafen waren wieder offen. Am Vortag waren 800 Verbindungen ausgefallen. Viele Reisende schliefen am Flughafen. „Nach vagen Schätzungen könnten das 2500 bis 3000 Menschen gewesen sein“, so ein Sprecher.

Bahn

Auch Zugreisende mussten sich in Geduld üben. Am Mittwoch gab es noch zahlreiche Verspätungen. „Das sind wetterbedingte Verspätungen, einen größeren Störfall gab es nicht“, sagte eine Sprecherin der Bahn für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Die Geschwindigkeit im gesamten Fernverkehrsnetz sei wegen Eis und Schnee von 260 auf 200 Kilometer pro Stunde gedrosselt worden.

Unfälle

Auf der A3 bei Idstein nach Wiesbaden starben am Mittwoch mindestens zwei Menschen, zwei wurden schwer verletzt. Ob die Witterung ein Grund für den Unfall war, war unklar. Laut Polizei waren sieben Lastwagen und ein Auto an der Karambolage beteiligt. Im Berufsverkehr bildete sich ein langer Stau. Auch in Thüringen stellten sich Lkws quer. Auf der Autobahn 9 zwischen Bad Lobenstein und Dittersdorf fuhr kurz vor Mitternacht ein Lastwagen in die Leitplanke. Nachfolgende Lkw konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und stießen mit dem Fahrzeug zusammen.

Massenkarambolage

Die Zahl der Verletzten bei der Karambolage mit etwa 100 Fahrzeugen auf der A45 in Mittelhessen erhöhte sich auf 38, darunter waren 5 Schwerverletzte. Der Verkehr in Richtung Dortmund konnte am Mittwochmorgen wieder rollen, in Fahrtrichtung Hanau dauerten die Aufräumarbeiten an.

Ausland

Im Norden Frankreichs steckten auf der Autobahn 1 im Département Somme zeitweise rund 2500 Fahrzeuge fest. Im Großraum Paris mussten wegen glatter Straßen fast alle öffentlichen Busse in den Depots bleiben. Entspannung meldeten die Bahngesellschaften. Die Hochgeschwindigkeitsstrecken nach Großbritannien und Belgien rollten wieder - wie auch die Thalys-Züge nach Köln.

In Russland behinderte stundenlanger Schneefall den Flug- und Straßenverkehr. „Soviel Schnee im Monat März fiel in Moskau zuletzt vor etwa 50 Jahren“, sagte Vizebürgermeister Pjotr Birjukow der Agentur Interfax zufolge. Auf den drei internationalen Flughäfen Moskaus kam es zu Ausfällen und Verspätungen. Im härtesten Winter seit etwa 100 Jahren in Russland seien rund 300 Menschen erfroren, hieß es.

Meteorologen halten die Wetterlage für ungewöhnlich. „Das passiert in Deutschland vielleicht alle zehn bis 20 Jahre. Vor allem, dass wir verbreitet solche starken Schneefälle haben, das ist schon außergewöhnlich“, sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. (dpa)

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