Wellness in Meck-Pomm (3) : Unter Wölfen

Am Rande von Güstrow können Besucher bei Nachtführungen unerwartete Begegnungen machen.

Claus-Dieter Steyer
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Wilde Kerle. Auf dem großen Gelände des Natur- und Umweltparks Güstrow kommen Besucher den Wölfen ganz nah. Foto: NUP

Der abendliche Abstecher zu den Wölfen beginnt ganz harmlos. Denn zuerst führt der Weg im Natur- und Umweltpark Güstrow, unweit der Autobahn zwischen Berlin und Rostock gelegen, zu den Braunbären. Fred und Frode, deren Stammbaum zu schwedischen Vorfahren zurückreicht, spielen miteinander und rennen im weitläufigen Gelände munter auf und ab. Sie genießen die Aufmerksamkeit der Besucher. Immer wieder liefern sich die Brüder kleine Ringkämpfe und Verfolgungsjagden. Am Ende gibt’s zur Belohnung eine Extraportion Futter.

Später wird es der Besuchergruppe ein wenig unheimlich. Ihr Streifzug durch den 200 Hektar großen Park gerät immer wieder ins Stocken. Die Dunkelheit bricht herein und die Teilnehmer scheinen von Tieren umzingelt. Wildschweine grunzen in ihrem abgesperrten Terrain, Waschbären wühlen im Futterbehälter, Eulenaugen erinnern an gruselige Krimis. Wie auf Bestellung meldet sich eine Stimme aus dem Hintergrund: „Achtung, Moor!“ So laut, dass alle erschrecken. „Irgendwo muss eine Leiche liegen“, scherzt Parkführer Reinhard Jänsch. Doch ehe die große Panik ausbricht, beruhigt er: „Es ist nur eine Puppe. Die dient zur Illustration früherer Gefahren. Heute ist alles sicher – zumindest innerhalb des Zauns.“ Die „Einlage“ kam gerade zur rechten Zeit, denn nun sind alle Teilnehmer wieder aufmerksam und in der richtigen Verfassung für den Gang zu den Wölfen. Pünktlich ist der Mann mit dem vorbereiteten Fleisch im Rucksack zu Stelle. Von einer 100 Meter weit ins Gehege reichenden Brücke blicken die Besucher direkt, aber aus sicherer Entfernung in das neunköpfige Rudel. Es hat schon längst das Fleisch gerochen und hofft nun auf eine üppige Mahlzeit. Die Tierpfleger lassen die Wölfe nicht lange zappeln und werfen einzelne Stücke von der Brücke hinab. Doch das erwartete Raufen und Zanken unterbleibt. Der Leitwolf, Fachleute nennen ihn das Alphatier, nimmt sich in aller Ruhe den größten Batzen und trägt ihn erst einmal in sein sicheres Versteck. Im Handumdrehen lernen die Gäste eine Menge über die Spezies Wolf. Einzelne Exemplare durchstreifen inzwischen auch Mecklenburg in freier Wildbahn.

Zum Schluss der Exkursion geht es noch in einen durchsichtigen „Aqua-Tunnel“, in dem Fische über den Köpfen der Besucher schwimmen. Draußen wartet schon das Lagerfeuer, an dem noch viele Geschichten über die Nacht im Tierpark zu hören sind. Claus-Dieter Steyer

Informationen über die monatlichen „Wolfsspezialnächte“ erteilt der Natur- und Umweltpark Güstrow unter Tel. 03843 / 24 68 0 und www.nup-guestrow.de

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