Welt-Ozean-Konferenz : Positive Programme für die Rettung der Meere

Korallenschutz, Wasserqualität und nachhaltige Fischerei - mit diesen Themen beschäftigte sich die Welt-Ozean-Konferenz am heutigen Tag. 5000 Regierungsvertreter, Wissenschaftler und Umweltschützer aus über 80 Ländern diskutieren bis Freitag um die Zukunft der Weltmeere.

Manado"Wir sind aus Leidenschaft für unsere Meere hier", sagte der indonesische Fischereiminister Freddy Numberi zum Auftakt der Konferenz, die auf der indonesischen Insel Sulawesi stattfindet. Er appellierte an die Regierungsvertreter, den Klimaschutz im Angesicht der Wirtschaftskrise nicht zu vernachlässigen.

Auf der Konferenz diskutieren die Teilnehmer verschiedene beispielhafte Programme zum Schutz der Meere. So präsentierten deutsche Wissenschaftler SPICE, in der Langform: "Wissenschaft für den Schutz der Küstenökosysteme in Indonesien". Experten erforschen dort die Widerstandsfähigkeit von Korallen bei steigender Meeresverschmutzung und Wassertemperatur. "Das Gebiet rund um Indonesien ist eine der wichtigsten Zentren der Biodiversität der Welt", sagte der Direktor des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie in Bremem, Venugopalan Ittekot.

Ein erfolgreiches Programm zum nachhaltigen Küstenmanagement stellte Rili Djohani von der Naturschutzorganisation TNC-Indonesien vor. Sie arbeitet im Komodo-Nationalpark, der in Ostindonesien 120.000 Hektar Meer und 60.000 Hektar Land umfasst, auf dem die seltenen Komodo-Warane leben. Die Behörden richteten nach umfangreichen Studien über Laichplätze und Lebenszyklen der Fische in dem Meeresgebiet und nach Rücksprache mit den Anwohnern Schutzzonen ein, in denen nicht mehr gefischt wird. Der Korallenbewuchs sei in zehn Jahren um 65 Prozent gestiegen, sagte Rili. Die illegale Fischerei mit Dynamit sei durch vermehrte Patrouillen gestoppt worden. Die Bewohner besserten ihre Einkommen durch Angebote für Touristen auf. Der Park gilt als einzigartiges Taucherparadies.

Auch Seeschlangen stehen bei der Konferenz auf der Agenda. Der dänische Spezialist Arne Redsted Rasmussen betonte, wie wichtig deren Gift für die Medizin sei. Bei seinen Forschungen habe er allerdings festgestellt, dass Seeschlangen aus den Weltmeeren fast völlig verschwunden seien.

Am Ende des Kongresses wollen die Teilnehmer eine gemeinsame Petition für die UN-Klimakonferenz im Dezember verabschieden. Indonesien will bei dem nächsten Weltklimavertrag erreichen, dass die Ozeane offiziell als CO2-Speicher anerkannt werden. Auf diese Weise würde die Treibhausgasbilanz der Anrainerstaaten so angepasst, dass internationale Gelder für den Meeresschutz frei würden. (mm/dpa)


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