Weltjugendtag : Pilger steckten in Köln fest

Rund 1500 Weltjugendtags-Pilger sind wegen des Massenandrangs bei der Abreise nach der Papstmesse am Sonntag vorübergehend in einer Notunterkunft gestrandet.

Köln (22.08.2005, 17:49 Uhr) - Die jungen Leute übernachteten in einer Halle der Kölner Messe. Das teilten die Organisatoren das Weltjugendtags (WJT) am Montag mit. Die Abreise nach der Papstmesse am Sonntag, die am frühen Nachmittag endete, zog sich bis Mitternacht hin. Zehntausende Pilger standen am Bahnhof Horrem nahe dem Marienfeld bei Köln stundenlang Schlange. Wer die geplanten Anschlüsse dadurch verpasste und eine Bleibe brauchte, kam in der Messehalle unter.

Viele ausländische Pilger hatten aber ohnehin noch eine weitere Nacht in ihren Schulen oder Privatquartieren eingeplant und reisten erst am Montag ab. Ein Problem bei der Abreise nach der Papstmesse auf dem Marienfeld war, dass sich sehr viel mehr Pilger zum Bahnhof aufmachten als zu den Straßenbahnhaltestellen, die relativ ruhig waren. Viele Besucher, die sehr lange warten mussten, seien frustriert gewesen, sagte ein WJT-Sprecher. Nicht nur die Züge der Bahn, sondern auch Busse und Straßenbahnen waren pausenlos im Einsatz. Die Kölner Verkehrsbetriebe verzeichneten während des gesamten Weltjugendtags sieben Millionen zusätzliche Passagiere.

Schon einen Tag nach der Papstmesse mit einer Million Gläubigen begann der Abbau der «Kathedrale für einen Tag» auf dem Marienfeld. Zunächst werden Zelte, Container und Toiletten entfernt. In den nächsten Wochen verschwinden auch die 50 Kilometer provisorisch angelegten Straßen und Wege. Die 250 Hektar im früheren Braunkohlerevier sollen den Bauern möglichst schon für die Wintersaat zur Verfügung stehen.

Der zehn Meter hohe «Papsthügel», auf dem Benedikt XVI. am Samstag die Vigil und am Sonntag den Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags gefeiert hatte, könnte unter Umständen als Erinnerung stehen bleiben. Der Hügel liegt auf dem Gebiet der Stadt Kerpen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verlangte aber, dass auch der Papsthügel wieder abgetragen wird. Die Tiere in den angrenzenden Naturschutzgebieten bräuchten Ruhe, hieß es zur Begründung.

Die Bundespolizei lobte das friedvolle und freundliche Auftreten der Pilger. Selbst vorübergehende Bahnhofssperrungen seien fast ausnahmslos auf Verständnis gestoßen. «Die allgemein anhaltende Freude der Pilger übertrug sich auf unsere Einsatzkräfte», stellte die Bundespolizei fest. Burkhard Jahn von der Kölner Polizei sagte: «Die Situation war angestrengt, aber es blieb alles friedlich.» Die Vigil am Samstag und die Messe am Sonntag mit dem Papst verlief nach Aussage der Malteser mit 2500 Hilfeleistungen bei einer Million junger Menschen «außerordentlich glimpflich». (tso)

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