Weltraumteleskop : Hubble ist endlich aufgewacht

„Hubble“ funkt wieder. Der gefährliche Serviceflug von sieben Astronauten wurde verschoben.

Ralf Nestler

Berlin - Nach vier Wochen Sendepause hat das Weltraumteleskop „Hubble“ wieder Daten zur Erde gefunkt: Gestochen scharf ist das Galaxienpaar Arp 147 zu sehen. Die Astroforscher sind begeistert, von den Bildern – und noch mehr von der Tatsache, dass der nun 18 Jahre alte Späher überhaupt wieder läuft. Ende September war die Datenübertragung zur Erde ausgefallen. Für diesen Fall haben die Hubble-Entwickler zwar eine Ersatzelektronik vorgesehen, doch die ließ sich zunächst nicht starten. Vor wenigen Tagen ist es den Technikern schließlich doch gelungen – und Hubble konnte seine jüngsten Beobachtungen zur Erde schicken.

Wie lange das fliegende Observatorium durchhält, weiß keiner. Sein Nachfolger, das James-Webb-Teleskop soll erst 2013 ins All gebracht werden. Deshalb hatte die US-Raumfahrtbehörde Nasa ohnehin einen Shuttleflug zu Hubble geplant, um einige Teile zu erneuern. Ein Ersatz für die defekte Funkanlage lässt sich allerdings nicht so schnell beschaffen. Der für Februar geplante Start der Raumfähre „Atlantis“ wurde darum auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Mission gilt als besonders gefährlich: Das Risiko einer Kollision mit Weltraummüll beziffert die Nasa auf 1:185 – doppelt so hoch wie bei einem Flug zur Internationalen Raumstation ISS. Ursache dafür ist die Flugbahn von Hubble. Mit 600 Kilometern liegt sie fast doppelt so hoch wie die der ISS. „Dort oben gibt es viel mehr Trümmerteile alter Raketen und Satelliten“, sagt Rüdiger Jehn vom europäischen Raumflug-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt. Richtig gefährlich seien die Fragmente zwischen einem und zehn Zentimeter Größe. Sie sind zu klein, um von Radargeräten entdeckt zu werden, könnten aber die Schutzschilde durchschlagen. Die Nasa will deshalb während des Reparaturflugs zu Hubble einen zweiten Shuttle startklar halten, um die sieben Astronauten notfalls zur Erde zurückzuholen. Ralf Nestler

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