Weltumwanderung : Brite scheitert an russischer Bürokratie

Der britische Weltumwanderer Karl Bushby ist nach mehr als sieben Jahren zu Fuß unterwegs an der russischen Bürokratie gescheitert. Ein Gericht will ihn wegen nicht ordnungsgemäßer Einreise ausweisen.

Moskau - Ein Gericht auf der fernöstlichen Tschuktschen-Halbinsel gegenüber von Alaska ordnete am Freitag die Ausweisung Bushbys und seines amerikanischen Begleiters Dimitri Kieffer an, obwohl beide ein gültiges Einreisevisum besitzen. Die beiden waren über die zugefrorene Beringstraße nach Russland gelangt. Sie hatten es aber versäumt, sich in der fast menschenleeren Region bei einem Grenzposten registrieren zu lassen. Das Gericht verfügte auch ein fünfjähriges Einreiseverbot, wie der Fernsehsender NTW berichtete.

Wegen unerlaubter Grenzüberschreitung müssen die Ausländer zudem jeweils 2000 Rubel (60 Euro) Strafe zahlen. Bushby und Kieffer hatten nach eigenen Angaben wegen Tauwetters ihre Route ändern müssen. Sie sollen nun von der Stadt Anadyr mit einem Charterflugzeug zurück nach Alaska fliegen - auf eigene Kosten. Sie seien sehr niedergeschlagen durch das Urteil, sagte ihr russischer Anwalt. Die Abenteurer haben noch zehn Tage Zeit, um in Berufung zu gehen. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Moskau, sie hätten die russischen Behörden besser über ihre Pläne informieren müssen, unter anderem über ihre weitere Marschroute.

Der ehemalige Fallschirmjäger Bushby war im November 1998 an der Südspitze Chiles zu seiner Weltumwanderung aufgebrochen. Er hat Süd- und Nordamerika durchquert und bislang insgesamt 27 000 Kilometer zurückgelegt. Der Mittdreißiger plante, über Russland, die Mongolei, Kasachstan und wieder Russland nach Westeuropa zu gelangen und durch den Euro-Tunnel bis zum Jahr 2009 seine Heimat zu erreichen. Da beide Wanderer kein Russisch sprechen, musste das Gericht auf der dünn besiedelten Tschuktschen-Halbinsel für den Prozess zwei Englischlehrer aus einer Dorfschule als Übersetzer verpflichten. (tso/dpa)

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