Weltuntergang : Forscher errechnen mit Nasa-Modell Ende der Zivilisation

Forscher haben Szenarien entwickelt, wie unsere Zivilisation enden wird. Für ihre Arbeit benutzten sie ein Modell, das von der Nasa entwickelt worden war. Die Nasa hat die Studie nicht in Auftrag gegeben und sich davon distanziert.

Ludwig Rubenbauer
Vorerst wird die Welt nicht baden gehen.
Vorerst wird die Welt nicht baden gehen.Foto: imago

Der Mathematiker Safa Mothesarrei, der Politikwissenschaftler Jorge Rivas und die Biologin Eugenia Kalney haben Szenarien entwickelt, wie die Gesellschaft, wie wir sie kennen, enden könnte. Dafür nutzten sie ein Modell, das von der Nasa entwickelt worden ist. Die Nasa selber hat diese Studie nicht in Auftrag gegeben und sich davon distanziert.

Weltuntergang und Verschwörungstheorien

Weltuntergangsszenarien und Verschwörungstheorien sind mittlerweile Teil unseres digitalen Alltags. Filme und Serien transportieren die Thematik ebenso wie das Internet, dessen teilweise schwer nachprüfbare Quellenlage die Fantasie sprießen lässt. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun versucht, dem Szenario des Weltuntergangs seriös zu begegnen. Unter dem sperrigen Titel: "Human and Nature Dynamics (HANDY): Modeling Inequality and Use of Resources in the Collapse or Sustainability of Societies" versuchen die Wissenschaftler, für das Ende der Welt verschiedene Modelle zu berechnen.

Räuber und Beute

Die Autoren führen in der Einführung diverse Gesellschaften von der Antike bis zur Neuzeit an, die früher oder später verdrängt, unterworfen oder vernichtet worden sind. In den Augen der Autoren gilt das für das Römische Imperium ebenso, wie für afrikanische Wüstenstämme oder die Hochkulturen Südamerikas. Ausgewählte äußere und innere Umstände einer Gesellschaft (beispielsweise Staatsform, Sicherheit, Vermögen, Gesundheit) benutzen die Forscher, um darauf basierende Rechnungsmodelle zu erstellen.

In den Szenarien der Fischer, die im Wesentlichen auf dem "Räuber-Beute-Modell", einem alten mathematischen Rechenmodell aus den 1920er-Jahren beruht, beutet der Mensch die Ökosysteme unweigerlich aus. Ohne Gegenmaßnahmen bedeutet dies gemäß der Studie früher oder später das Ende.

Tatsächlich muten die Ergebnisse der Studie auf den ersten Blick rau an. Alle Gesellschaftsformen (ausbalancierte und ungerechte) die die Forscher in ihr Modell einkalkulieren, sind im Ergebnis zum Scheitern verurteilt. Natürlich kann eine derart stark vereinfachte Studie nicht als allgemeingültig angesehen werden. Ein Rückschluss, den die Forscher in ihren Studienergebnissen selbst ansprechen. Darüber hinaus versucht das Trio, auch theoretische Lösungsansätze für die mathematisch kalkulierten Katastrophen anzubieten.

Weltuntergang verschoben

Möglicherweise wäre die Aufregung um die Arbeit auch nicht so groß, wenn nicht ausgerechnet das John Goddard Center der Nasa die Studie nicht indirekt unterstützt hätte, in dem die Forscher ein von der Nasa entwickeltes Modell verwendeten. Die Nasa hat sich von der Studie distanziert. In einem am 20. März veröffentlichten Statement stellte die Raumfahrtbehörde klar, dass sie die Studie weder in Auftrag gegeben, noch überwacht oder nachgeprüft habe. "Fragestellungen und Rückschlüsse der Studie seien einzig und alleine Angelegenheit der Autoren". Vermutlich wird sich der Weltuntergang doch noch etwas gedulden müssen.

Hinweis: In einer ersten Fassung dieses Artikels war der Eindruck entstanden, die Nasa habe die Studie in Auftrag gegeben. Das ist nicht der Fall. Die Redaktion bittet um Entschuldigung.

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