• Weltweite Suche nach Täter: Kanadier soll Leichenteile mit der Post verschickt haben

Weltweite Suche nach Täter : Kanadier soll Leichenteile mit der Post verschickt haben

Gerd Braune

Luka Rocco Magnotta ist möglicherweise nach Frankreich geflohen. Der 29-jährige Kanadier soll in Montreal einen Mann getötet und Teile der Leiche mit der Post verschickt haben. Die Polizei vermutet, dass er Kanada schon vor Entdeckung des Verbrechens am Dienstag verlassen hat und in Frankreich untergetaucht ist. Nun fahndet auch Interpol nach ihm. Es gebe Hinweise darauf, dass Magnotta Kanada verlassen haben könnte, sagte am Donnerstag der Sprecher der Montrealer Polizei, Ian Lafreniere. Er wollte Berichte aus Frankreich, dass der Verdächtige am vergangenen Wochenende von Montreal nach Paris geflogen sei, aber nicht bestätigen. Die Ermittler scheinen aber davon überzeugt zu sein, dass der junge Mann, dem das makabre Verbrechen zur Last gelegt wird, bald gefunden wird. „Es gibt kein Land in der Welt, in dem nicht über ihn gesprochen wird. Es gibt viel Druck auf ihn und wir glauben daher, dass es sehr schwer für ihn wird“, sagte Lafreniere.

Der Zentrale der Konservativen Partei in Ottawa war am Dienstagmorgen ein Paket zugestellt worden, aus dem Verwesungsgeruch aufstieg. „Es war so ein schrecklicher Geruch. Viele von uns werden ihn vermutlich nie vergessen“, beschrieb Fred DeLorey, Sprecher der Konservativen Partei Kanadas, die Situation, als eine Mitarbeiterin das Paket öffnete. Die Ermittlungen ergaben, dass es einen menschlichen Fuß enthielt. Wenige Stunden später wurde im Hauptpostamt Ottawa ein an die Liberale Partei adressiertes Paket entdeckt, das eine menschliche Hand enthielt. In Montreal wurde zugleich der Torso eines Menschen in einem Koffer in einem Haufen von Müllsäcken gefunden. Der Koffer soll dort bereits seit dem vergangenen Freitag gelegen haben. Als Verdächtiger wurde sehr schnell der 29-jährige Luka Rocco Magnotta aus Scarborough bei Toronto ermittelt. Sein eigentlicher Name soll Eric Clinton Kirk Newman sein, er trat nach Angaben des kanadischen Rundfunks CBC zudem auch unter dem Namen Vladimir Romanov auf. Er soll sich selbst als Modell und Pornodarsteller bezeichnet haben.

In Magnottas Apartment in Montreal fand die Polizei neben Blutspuren auch Hinweise auf ein Video, das auf einer Website gepostet war und die Tat teilweise zeigen soll.

Die Zeitung „La Presse“ in Montreal berichtet, das Opfer sei ein Student aus der chinesischen Provinz Hubei, der von seiner Familie am 24. Mai als vermisst gemeldet wurde. Der 33 Jahre alte Mann aus Wuhan soll im vergangenen Juli in Montreal eingetroffen sein und ein Studium an der Concordia-Universität in Montreal aufgenommen haben. Montreals Polizei arbeitet bei den Ermittlungen eng mit dem chinesischen Konsulat zusammen.

Er habe Kollegen, die seit mehr als 30 Jahren Verbrechen aufklären und von denen er höre, sie hätten noch nie eine solche Tat gesehen, sagte Polizeisprecher Lafreniere. Nach Angaben der Polizei wurden bisher nicht alle Körperteile des Mordopfers gefunden. Möglich ist somit, dass noch weitere Pakete mit Teilen der Leiche im Umlauf sind.

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