Weniger Eheschließungen : Deutschland schrumpft weiter

Das Geburtendefizit betrug im vergangenen Jahr 149.000. Das heißt: Es starben 822.000 Menschen, es kamen aber nur 673.000 Kinder zur Welt.

Vater und Kind
Foto: dpa

Wiesbaden - Ende 2006 lebten in der Bundesrepublik 82,315 Millionen Menschen. Das waren 0,1 Prozent (123.000) weniger als ein Jahr zuvor, berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Etwas abgemildert wurde das Geburtendefizit lediglich durch einen Zuwanderungsüberschuss von 23.000 Menschen. Die Bevölkerung in Deutschland nimmt bereits seit 2003 ab. Zugleich setzte sich 2006 die rückläufige Tendenz bei den Eheschließungen fort.

   Nach den vorläufigen Zahlen der Statistiker ging die Zahl der Geburten in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent (13.000) zurück. Damit setzte sich der seit dem Jahr 1991 anhaltende Trend fort. Ausnahmejahre waren lediglich 1996 und 1997. Die Zahl der Sterbefälle nahm im vergangenen Jahr auch um ein Prozent (8000) ab. Die Zahl der Gestorbenen war von 1994 bis 2001 kontinuierlich rückläufig, war jedoch dann wieder angestiegen.

Zuwanderer können Trend nicht stoppen

   Seit 1991 gibt es in Deutschland jedes Jahr mehr Sterbefälle als Geburten. Dennoch wuchs die Bevölkerung im Bundesgebiet viele Jahre wegen der Zuwanderer. Seit 2003 ist dieser Trend jedoch gebrochen.

    Vom Bevölkerungsrückgang waren die neuen Länder (- 0,8 Prozent) besonders betroffen. An der Spitze lag Sachsen-Anhalt mit einem Minus von 1,1 Prozent vor Thüringen (-1,0 Prozent). Im früheren Bundesgebiet blieb die Bevölkerung nahezu konstant. Die Einwohnerzahlen gingen jedoch auch in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland zurück. Eine Bevölkerungszunahme registrierten dagegen Bayern und die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Mit einem Plus von 0,6 Prozent war Hamburg Spitzenreiter. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein blieb die Bevölkerung praktisch konstant.

    Die Zahl der Eheschließungen ging 2006 in Deutschland um 3,8 Prozent auf 374.000 zurück. Schon seit Anfang der 1990er Jahre nimmt die Zahl der standesamtlichen Trauungen stetig ab - Ausnahmen waren die Jahre 1999, 2002 und 2004. (mit dpa)

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