Welt : Wenn waschen nicht mehr hilft

Bei Farbfestivals bewerfen sich Menschen mit Puder – in Köln haftete das Pulver länger als erwünscht.

Kunterbunt. Teilnehmer des Festivals „Color Run“ in Hannover. Foto: dpa
Kunterbunt. Teilnehmer des Festivals „Color Run“ in Hannover. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Köln - Es sollte ein fröhliches Spektakel werden, doch nach dem „Holi Festival of Colours“ in Köln sind einige Besucher sauer. Die Farbe, die bei der vom indischen Frühlingsfest inspirierten Party durch die Luft geworfen wurde, lasse sich nicht von Haut und Haaren entfernen, klagten mehrere Teilnehmer nach der Veranstaltung vom Samstag. Auch in den darauffolgenden Tagen war der Ärger mit den Farben noch Thema bei Facebook.

„So sehe ich nach 6x waschen aus!“, beschwert sich eine Besucherin auf der Facebookseite des Kölner Farbfestivals. Das beigefügte Foto zeigt die eigentlich brünette Partygängerin mit breiten, bunten Strähnen im Haar. „Ich habe alles ausprobiert, normales Schampoo, Silberschampoo, Olivenöl und Zitronensaft und Schuppenschampoo“, klagt sie weiter. „Es hat nichts genutzt. Selbst färben bringt nichts!“

Die Kölner Festivalbesucherin ist offenbar nicht die Einzige, die die Farbe im Haar nicht mehr los wird, wie zahlreiche Kommentare unter ihrer Nachricht zeigen. „Ich bin gerade beim Frisör und selbst Wasserstoffperoxid zieht die Farbe nicht aus den Haaren!, schreibt eine andere Party-Besucherin. „ Ich muss jetzt von Naturblond auf dunkel färben! So war das nicht geplant!“

Der Veranstalter des Festival, die Holi Concept GmbH, indes beschwichtigt: „Diese Farben haben nicht die chemische Eigenschaft, Haare dauerhaft zu färben“, heißt es auf Facebook. Bei den verwendeten Substanzen handele es sich um zugelassene wasserlösliche Lebensmittelfarbstoffe. „Unter Umständen kann sich der in den Holipulvern verwendete Lebensmittelfarbstoff jedoch an ein blondiertes, behandeltes oder vorgeschädigtes Haar anhaften. Aber dies ist kein Anlass zur Sorge, denn dieser Farbstoff wäscht sich bei jeder Wäsche ein wenig mehr heraus.“

Die Partyreihe geht auf das indische Frühlingsfest zurück, bei dem sich die Menschen traditionell mit gefärbtem Puder bewerfen, um den Wechsel vom Winter zum Frühling zu feiern. Seit Sommer 2012 finden auch in vielen deutschen Städten Feiern mit Farbe statt, unter anderem auch in Berlin. Allerdings haben die Inder mit der Farbe im Haar offenbar weniger Probleme als ihre deutschen Nachahmer – sie setzen bei den Frühlingsfesten mit Blick auf ihre Haarpracht auf Vor- statt Nachsorge. „Ich hab da heute mal ’ne indische Kollegin gefragt, wie die das denn so machen mit der Farbe“, schreibt eine Besucherin des Kölner Festivals im Internet. „Der richtige Ansatz wäre gewesen, mit eingeölten Haaren hinzugehen. Wieder was gelernt!“ dpa/S.K.

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