Landesjugendorchester Berlin : Aus dem Nichts plötzlich diese Kraft

Dasitzen und langsam einschlafen? Nein, so eine Art von Konzert war das nicht! Und dass Gleichaltrige so gut spielen können, hätten wir auch nicht gedacht.

Ruth Appel, Leo Bruckmann
Applaus im Konzerthaus Berlin.
Applaus im Konzerthaus Berlin.Foto: Konzerthaus/Uwe Arens

Mit Konzerten habe ich bisher vor allem verbunden, dass man lange dasitzt, zuhört und vielleicht wie ich, als meine Mutter mich als kleines Kind mit in die Philharmonie genommen hat, dabei einschläft. Beim Konzert des Landesjugendorchesters haben mich aber einige Sachen vom Einschlafen abgehalten: Ich war beeindruckt, dass Jugendliche in meinem Alter so gut spielen können und das vor so großem Publikum. Außerdem sollten spannende Stücke aufgeführt werden, und das ist auch gelungen. Zum Beispiel war man wirklich überrascht, als die Klassik von Schlagzeugsoli unterbrochen wurde wie beim „Goldrush Concerto“.

Unter den Musikern Schüler von meiner Schule zu entdecken, war ebenso faszinierend. Wenn ich also noch mal die Wahl hätte zu einem Konzert zu gehen, würde ich es wahrscheinlich machen. Es war entspannender und spannender als gedacht. Aber ein Popkonzert würde ich weiterhin bevorzugen. Vielleicht ändert sich das ja, wenn ich älter werde. Ruth Appel, 16 Jahre

Mein erstes Mal im Konzerthaus. Das Landesjugendorchester Berlin spielt unter der Leitung der Dirigentin Sian Edwards Stücke von Benjamin Britten (A Young Person’s Guide to the Orchestra), Jacob ter Veldhuis („Goldrush Concerto“ für Schlagzeug und Orchester) und Antonin Dvorák (Sinfonie Nr.9 „Aus der Neuen Welt).

Es ist gut gefüllt, obwohl „nur“ Jugendliche musizieren. Als die ersten Töne erklingen, reißt es mich vom Hocker. Aus dem Nichts plötzlich diese unglaubliche Kraft. Das erste Stück ist super, es gibt viel Applaus und ich bin begeistert. Am besten gefällt mir der Wechsel zwischen leisen und lauten Tönen, zwischen Leichtigkeit, Dramatik und gefühltem Tod. Mal zirpen leise und hoch die Geigen , mal erklingen die Bläser wie ein Ruf zur Jagd. Erstaunlich, wie klassische Musik so viele Gefühle und Stimmungen innerhalb von kürzester Zeit hervorrufen kann.

Leo Bruckmann, 18 Jahre

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