Werbinich : An Alkohol kommen? Kein Problem!

Es wird viel geredet über den Alkoholkonsum von Jugendlichen. Die Medien berichten jede zweite Woche über einen Jugendlichen, der sich „ins Koma gesoffen“ hat, und tatsächlich sind ja schon Jugendliche an den Folgen einer Alkoholvergiftung gestorben. Der Alkoholkonsum der Jugendlichen soll deutlich gestiegen sein.

Aber woher bekommen die Jugendlichen eigentlich den Alkohol? Laut Jugendschutzgesetz dürfen hochprozentige Alkoholgetränke nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft werden. Warum landen dann so viele Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus? Es wird viel darüber geredet, dass das Problem bei unserer Generation liegt, neue Jugendschutzgesetze sollen her. Aber wofür? Würde sich etwas ändern? Immerhin verkaufen uns ja Erwachsene den Alkohol.

Es ist nämlich ganz leicht, an die hochprozentigen Getränke heranzukommen. Manchmal klappt es mit der Behauptung, man sei über 18, habe aber seinen Personalausweis vergessen. Oder man kennt ein paar Läden, wo man immer was bekommt, oder hat Freunde, die schon über 18 sind. Oder man fragt nette Erwachsene im Supermarkt – die kaufen dann den Alkohol für einen. Man müsste also an jede Supermarktkasse einen Polizisten stellen oder die Regeln so verschärfen, dass sich keiner mehr traut, Alkohol an Jugendliche zu verkaufen.

Politiker, Eltern und andere Erwachsenen scheinen diese Seite weitgehend zu übersehen oder absichtlich zu ignorieren – aber dann beschweren sie sich über die heutige Jugend. Natürlich müssen die Jugendlichen selbst ihre Grenzen kennenlernen, aber Erfahrungen kommen ja durchs Ausprobieren. Es müssten Erwachsene einschreiten, wenn es übertrieben wird. Nicht nur bei uns Jugendlichen muss sich etwas ändern, damit es keine jugendlichen Komasäufer oder gar Tote mehr gibt. Luca Hyzdal, 16 Jahre

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