Werbinich : Angekommen in der Wirklichkeit

-

Alles halb so wild, findet Bildungssenator Klaus Böger (SPD): Dass auf die EberhardKlein-Oberschule in Kreuzberg kein einziges deutschsprachiges Kind geht, könne man nun mal nicht ändern. Das hat er dem Bündnisgrünen Bildungsexperten Özcan Mutlu geantwortet. Mutlu wollte im Rahmen einer Kleinen Anfrage von Böger wissen, was der Senat zu tun gedenke, um eine „verträgliche“ Mischung der Schülerschaft an der Eberhard-Klein-Schule zu erreichen.

Auf der Schulseite vergangene Woche hatten wir über die Schule in der Skalitzer Straße berichtet, deren Schulleiter deutschen Eltern abrät, ihr Kind hier anzumelden.

Eine „verträgliche“ Zusammensetzung der Schülerschaft sei in Kreuzberg „nicht zu realisieren“, schreibt Böger, dazu fehlten im Kiez die deutschen Eltern. Aufgabe der Schule sei es, „mit angemessenen Konzepten auf diese Situation zu reagieren.“ Besonders die Sprachförderung müsse noch wichtiger werden. Die Sprache sei der Schlüssel zur Integration. Damit habe die Klein-Schule in den 80er Jahren begonnen und sei erfolgreich. Denn die Schulabschlüsse liegen, wie die Statistik der Bildungsverwaltung beweist, über dem Kreuzberger Durchschnitt. Dass der Schulleiter deutschen Eltern dennoch von der Schule abrät und das auch noch öffentlich sagt, hält der Bildungssenator allerdings für „ungeschickt“.

Auch Özcan Mutlu haben die Abschlüsse der Klein-Oberschüler beeindruckt. Aber nun kann er erst recht nicht verstehen, „warum eine Schule, die, was die Abbrecherquoten und Abschlüsse anbetrifft, weit besser ist als andere Kreuzberger Schulen, aus der Schule heraus schlecht geredet wird.“ Mutlu selbst war Schüler auf der Klein-Schule und hat gute Erinnerungen. Ein hoher Anteil von Schülern nichtdeutscher Herkunft ist seiner Meinung nach nicht automatisch schlecht, es komme auf die Qualität der Bildung an. clk

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben