Werbinich : Angst vor Erkennung

Susanne Vieth-Entus

Unter vielen Aspekten wurde in den vergangenen Wochen das Thema „Schuluniform“ diskutiert. Etliche Argumente gingen hin und her, letztlich blieb der Eindruck, dass die Idee nicht tot ist, sondern nach und nach von einigen Schulen aufgegriffen werden wird.

Mindestens ein Aspekt allerdings blieb bisher unberücksichtigt: Es gibt Schüler, die sich für ihre Schule oder Schulform derart schämen, dass sie überhaupt nicht daran denken, mit einem entsprechenden Logo auf der Brust herumzulaufen. Die Siebtklässler einer Pankower Hauptschule etwa sagten ihrer Schulleiterin kürzlich, sie hätten „Angst, als Hauptschüler draußen erkannt zu werden“. Ein Zehntklässler befürchtet „Diskriminierung von Seiten der Gymnasiasten“. Für den Fall, dass die Schule einheitliche Kleidung einführen würde, kündigten sie an, sich erst im Schulgebäude umzuziehen.

Bildungssenator Klaus Böger hat wohl tatsächlich gut daran getan, die Einführung der Corporate-Identity-Kleidung nicht zu verordnen, sondern sie den Schulen selbst zu überlassen oder besser – den Schülern.

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