Werbinich : Aufgeben hilft gar nicht

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Viele Eltern haben uns geschrieben, dass die Probleme bei der Umwandlung der Schulen in Ganztagsschulen noch viel größer seien, als wir sie vergangene Woche auf der Schulseite beschrieben haben. Der Anstoß für die Umstellung auf den Ganztagsbetrieb sei das schlechte Abschneiden beim PisaTest gewesen, schreibt eine Mutter aus Tempelhof, also ein inhaltlicher Grund. Nun stelle sich aber heraus, dass die Schulverwaltung keinerlei pädagogisches Konzept habe, was mit den Kindern nachmittags geschehen solle. Deshalb wäre es am besten, alles bliebe, wie es ist. Eine andere Mutter fürchtet, die Gewalt werde zunehmen, wenn nicht mehr zusätzliche Räume zur Verfügung stehen, als es die vorläufigen Pläne vorsehen.

Aus Enttäuschung darüber, dass die Schulverwaltung weniger Geld für die Veränderungen bereitstellt, als sie sich erhofft hatten, sind viele Eltern nicht mehr bereit, sich überhaupt noch in die Entwicklung einzubringen. Ihr Vertrauen ist dahin, sie wollen sich nicht gedulden, wie Bildungssenator Klaus Böger (SPD) rät. Wer sein Kind für so viele Stunden in fremde Hände gibt, will sichergehen, dass es perfekt läuft, zumal wenn er dafür zahlen muss. Aber jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, wäre noch fataler. Denn die Details stehen noch gar nicht fest. Außerdem gibt es auch Viertel, wo sich die Dinge positiv entwickeln. Das sind die, in denen Stadträte, Lehrer, Erzieher und Eltern jetzt schon konstruktiv zusammenarbeiten – und nicht warten, bis sie von der Schulverwaltung dazu gezwungen werden. Wo Lehrer und Erzieher die Veränderungen wirklich wollen, auch wenn sie erst einmal bescheidener ausfallen als erhofft, entstehen durchaus Konzepte. Wo alle von vornherein dagegen sind, wird auch mehr Geld wenig helfen. clk

An dieser Stelle greifen wir Themen auf, die uns in der vergangenen Woche auf der Schulseite beschäftigt haben.

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