Werbinich : Aufregend neu

Susanne Vieth-Entus

Schule ist ein Aufreger. Fast jeder ist betroffen, jeder war mal in einer, jeder hat eine Meinung – und alle wissen es besser. Je schlechter Deutschlands Wirtschaft zurechtkommt, je mehr Ausbildungsplätze fehlen und je stärker unsere Gesellschaft vergreist, desto größer werden die Erwartungen. Die Schule muss es richten: besser ausbilden, marktgerechter, schneller. Alles auf einmal.

Das klingt entmutigend, geradezu utopisch. Ist es aber nicht. Denn seit Deutschland mit seinem schlechten Abschneiden bei der Pisa-Studie konfrontiert wurde, hat sich enorm viel getan: Die Erzieherinnen erhalten mehr Fortbildungen denn je, die Kinder werden nicht mehr massenhaft vor der Einschulung zurückgestellt, der Umbau der Ganztagsschulen ist in vollem Gange, die Lehrpläne werden verbessert und die Vergleichsarbeiten sollen die Ergebnisse aller Bemühungen zutage bringen.

Das alles klingt doch ganz gut und ist es ja auch – wenn, ja, wenn aus all den Ankündigungen und Erlassen auch etwas wird. Wenn die Vergleichsarbeiten professionell gemanagt werden, wenn Lehrer umdenken und Eltern sich stärker mitverantwortlich fühlen, wenn Bildung angemessen finanziert wird und die Wirtschaft mithilft. Auf all dies will unsere neue Schulseite achten. Sie will nachsehen, was aus den Ankündigungen wird, und nicht bei den Schlagzeilen stehen bleiben. Wir gehen in die Schulen und lassen die zu Wort kommen, die betroffen sind und die jeden Werktag um kurz vor acht – so auch der Name unseres wöchentlichen Schulkommentars – auf ihrem Posten sind.

Heute geht es los mit einer Neuerung in den Grundschulen. Die Schlagzeile dazu gab es vor rund vier Jahren: Da war gerade bekannt geworden, dass unsere Neuntklässler laut Pisa-Studie nicht nur beim Lesen und Rechnen auf den hinteren Rängen landeten, sondern auch in den Naturwissenschaften. Dabei muss es nicht bleiben.

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