Berlin in Mode : Zwei Frauen für die Jute-Sache

Die Taschen-Designerinnen Inga Stichling und Hanna Janzen über Berlins Modestil.

Isabelle Habusta und Charlotte Jooss
Taschenliebe. WEMAKETHECAKE heißt das Label von Inga Stichling (links) und Hanna Janzen. Sie verzieren Beutel mit Sprüchen wie "Der Teufel trägt Zara" und betreiben zudem ein Modeblog.
Taschenliebe. WEMAKETHECAKE heißt das Label von Inga Stichling (links) und Hanna Janzen. Sie verzieren Beutel mit Sprüchen wie...Foto: Promo

Ihr Taschenlabel „WEMAKETHECAKE“ wurde innerhalb kürzester Zeit ein Erfolg. Anfangs beschrifteten Hanna Janzen und Inga Stichling, beide 20, ihre Beutel noch von Hand. Mittlerweile betreiben die Studentinnen von Kreuzberg aus einen eigenen Online-Shop und Blog. Das Label setzt auf umweltfreundliche Materialien und ökologische Farben. Die Beutel mit Aufschriften wie „Der Teufel trägt Zara“ oder „Für Veganer keine Extrawurst“ genießen inzwischen Kultstatus und sind sogar bei Peek & Cloppenburg erhältlich. Unsere Autorinnen Isabelle Habusta und Charlotte Jooss haben mit Hanna und Inga über den Berliner Stil und kommende Trends gesprochen.

Gibt es ein Outfit, mit dem ihr euch überhaupt nicht auf die Straße trauen würdet?

HANNA JANZEN: Also gerade hier in Berlin kannst du alles auspacken. Ehrlich gesagt, gibt es da kaum ein No-Go. Und gerade die Berliner sind sehr offen, sehr open-minded, was die Mode angeht.

Was macht den Berliner Streetstyle aus?

HANNA: Mir fällt schon auf, dass die Mode hier sehr lässig, sehr bequem, sehr urban ist. Viel Streetwear. In kaum einer Stadt werden so viele Sneaker getragen.

INGA STICHLING: Sehr viel Second Hand ist auch dabei, für meinen Geschmack manchmal ein bisschen zu viel.

Gibt es Unterschiede zu anderen Städten?

HANNA: Auf jeden Fall, die Leute in Berlin sind mutiger. Du wirst nicht dumm angeguckt, wenn du mal etwas Ausgefallenes trägst. Die Shopping-Möglichkeiten sind natürlich auch ganz anders.

INGA: Erstens das, und es kommen ja auch so viele Menschen aus anderen Ländern hierher. Spanier, Italiener, Engländer, Franzosen – die bringen aus ihrer Heimat noch irgendetwas mit und dann entsteht was ganz Großes. Der Style passt sich dem Lebensgefühl an: Kleidung muss bequem sein aber trotzdem ausgefallen. In anderen Städten ist die Mode eher markenorientiert.

Was sind die Must-Haves dieser Saison? 

HANNA: Was mir gut gefällt, sind diese ganzen Print-Geschichten, Hose und Bluse im gleichen Print. Auch transparente Stoffe sind sehr angesagt.

INGA: Auch viele klassische Schnitte kommen wieder. Das, was in die 50er-Jahre-Richtung geht, ist vorteilhaft für Frauen, weil es die Figur betont und edel aussieht. Eigentlich ein Widerspruch zu Berlin, weil das sehr schick ist.

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