Besuch im Bundesfamilienministerium : Papa hause

Unsere Autorin Anne Piezunka hat sich im Bundesfamilienministerium umgesehen - und mal nachgefragt wie es um die Vereinbarkeit von Job und Familie im Ministerium selbst steht.

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We are family. Im Familienministerium achtet man auf die Vereinbarkeit von Job und Kindern.Foto: Matthias Riens

„Papa hause?“ schreit die zweijährige Annika ins Telefon. Annikas Vater ist nicht zuhause, sondern sitzt im Flugzeug auf dem Weg nach Berlin. Als Verwaltungsbeamter im Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hilft Karsten Ibel heute beim Tag der offenen Tür mit. Bereits seit zwanzig Jahren ist er im Verwaltungsbereich des Ministeriums, doch in den letzten drei Jahren hat sich sein Leben noch einmal schlagartig verändert. „Vor zwei Jahren und vier Monaten kam Annika auf die Welt und vor zweieinhalb Monaten kam Jana in unsere Familie“ erzählt der 42-Jährige Familienvater glücklich. Mit zwei Kindern zuhause variieren nun auch seine Arbeitszeiten. „Ich habe mich für Telearbeit entschieden und bin richtig begeistert davon.“ Nun arbeitet er zwei-dreimal die Woche von zu Hause und kann zwischen Telefonanrufen und Finanzplanung auch immer wieder gucken, ob mit Jana und Annika alles in Ordnung ist. Bei seinem Arbeitsgeber, dem Familienministerium, konnte er sich zwischen 50 verschiedenen Arbeitszeitmodellen entscheiden und die perfekte Kombination für sich selbst wählen. Seine Kollegin Isabel Götte hatte nicht so viel Glück. Als Mitarbeiterin des Projekts Jugend Online ist sie nicht direkt beim Familienministerium angestellt und kann daher die verschiedenen Arbeitszeitmodelle nicht nutzen. Seit eineinhalb Jahren ist die junge Mutter bereits Teilzeit tätig und arbeitet an der Website von JugendOnline, einem von Familienministerium finanziell geförderten Projekt, mit. Pia, ihre Tochter, kann dieses Angebot mit knapp drei Jahren noch nicht nutzen. Sie spielt seit neuestem lieber in der Kita. „Den Platz haben nach langem Suchen vor zwei Wochen endlich bekommen.“ Davor kümmerte sich eine Tagemutter um die Kleine – nicht immer die perfekte Lösung für die Familie. „Ich würde mir generell mehr Unterstützung für berufstätige Mütter wünschen. Es bedarf viel Koordination zwischen meinem Mann und mir, um alles unter einen Hut zu bringen.“ Damit sie dieses Wochenende nach Berlin reise konnte, musste extra ihre Mutter nach Bonn anreisen, um auf die Kleine aufzupassen. Während Isabel Götte noch mehr Hilfe erhofft, ist Karsten Ibel als Arbeitnehmer im Familienministerium zufrieden: „Besser geht es für mich dank der vielen Einrichtungen gar nicht.“ Auch Isabel Götte hofft, dass sich in Zukunft einiges verändern wird. Nach dem anstrengenden Wochenende in Berlin freut sie sich nun darauf nach Bonn zurückzukehren und mit Pia und ihrem Laufrad nach draußen zu gehen.

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