Werbinich : Böger investiert in Deutschkurse

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Die Vorklassen wurden abgeschafft. Nun passiert genau das, wovor viele gewarnt haben. Viele ausländische Kinder werden mit miserablen Deutschkenntnissen eingeschult, weil sie weder eine Vorklasse noch eine Kita besucht haben. 750 Kinder haben vor der Einschulung im September erstmals einen verpflichtenden Sprachkurs besucht. „Die Ergebnisse müssen besser werden“, sagt Bildungssenator Klaus Böger (SPD), das heißt wohl, dass sie miserabel waren. Außerdem haben nicht alle Kinder daran teilgenommen, die hätten teilnehmen müssen.

Aber das hier soll eigentlich kein LamentierArtikel werden. Denn Bildungssenator Böger hat das Problem nicht nur erkannt, sondern auch Abhilfe versprochen. Bei der nächsten Runde sollen die Schüler in den halbjährigen Pflichtkursen vor der Einschulung nicht mehr zwei Stunden täglich Deutsch lernen, sondern drei Stunden. Dafür will Böger die Personalstellen von 30 auf 60 erhöhen.

Erstaunt vernimmt man die Ankündigung, ist doch sonst oft zu hören, dass man ja gerne neue Lehrer einstellen würde, allein der Finanzsenator das Geld dafür nicht freigebe. Man überlege, „Lehrer aus anderen Bereichen herauszulösen“, sagt sein Sprecher, oder eben tatsächlich neue einzustellen. Am einfachsten wäre wohl gewesen, die Vorklassen, die sich über Jahrzehnte bewährt haben, beizubehalten. clk

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