Bürger Lars Dietrich : „Ich habe sie klargemacht – 1, 2, 3 – mit Anlauf“

Bürger Lars Dietrich über Hip-Hop, Heinz Erhardt und ein einfaches Rezept gegen akuten Liebeskummer

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Da steht er noch auf zwei Beinen. Seit seinem Bruch läuft's nicht mehr so gut bei Herrn Dietrich.Foto: promo

Bürger Lars Dietrich, 34, wurde populär mit wunderbar schrägen Liedern wie „Sexy Eis“, „Ein Bett im Kornfeld“ (mit Schlagerkönig Jürgen Drews) und „Hier kommt die Maus!“. Er war einst Viva-Moderator und ist enger Kumpel von Stefan Raab. Jetzt hat er sein Swingalbum „Damenwahl“ rausgebracht. Nicht so toll: Lars Dietrich hat sich das Bein fies gebrochen. Toll: Das hindert ihn nicht am Telefonieren. Es ist exakt 17 Uhr, da klingelt’s pünktlich und Lars Dietrich begrüßt uns fröhlich: „Hallo Tagesspiegel! Ich bin’s, der Herr Dietrich.“

Erst einmal das Allerwichtigste. Wie geht’s denn dem Bein?

Naja. Unterm Gips juckt es leider ziemlich doll, außerdem hüpfe ich jetzt schon seit drei Wochen auf einem Bein durch die Wohnung. Das nervt.

Sie haben sich das linke Wadenbein gebrochen und einen Bänderriss zugezogen bei der Fernsehshow „Stars auf Eis“.

Genau. Als ich weggeknickt bin, spürte ich schon, dass da was schief läuft. Ich war wie in Trance, vollgepumpt mit Adrenalin, und bin einfach wieder aufgestanden und habe mit gebrochenem Wadenbein meine Kür zu Ende gebracht.

Herr Dietrich, Sie waren Stuntman …

… da gab’s übrigens nur blaue Flecken…

…Rapper, Komiker, lernten zwischendrin auch mal auf einer Ballettschule …

… ich war schon immer etwas quirlig…

… und jetzt machen Sie Swing. Da die Knochen auch nicht mehr halten, stellen wir fest: Bürger Lars Dietrich wird alt.

Ich bin Familienvater, das schon, aber alt? Nö. Swing hat mich schon als Kind fasziniert und Roger Cicero und Robbie Williams haben mit ihren Werken die Tür geöffnet. Ich finde die Musik so beeindruckend, weil nicht nur eine kleine Band spielt, sondern ein ganzes Orchester – ein irrer Sound!

Sie singen Lieder von Hildegard Knef oder „Mein Mädchen“ von Heinz Erhardt.

Die sind klasse. Als ich früher bei Opa war, lief immer die Musik, und die prägt doch ein Kind fürs Leben. Wir haben uns mit der Familie in Wittenberg an der Elbe oft in einer Dorfgaststätte getroffen. Geburtstage, Hochzeiten, Silberne und Goldene, jedes Mal wurde fröhlich gefeiert. Entertainment steckt im Familienblut.

Waren Sie damals schon Rapper?

Ja, ich kam mit weiten Hosen, zeigte Breakdance, und meine Tante sagte immer nur: Mensch, Lars, du siehst aus wie Clown Dolli! Ich war in der Hip-Hop- Phase, aber Heinz Erhardt fand ich damals schon gut. Der hatte Wortwitz, war rhythmisch und frech – wie Hip-Hop.

Und es geht um Frauen.

Ja, aber nicht so unanständig.

Auf unserer Seite geht’s heute um die erste große Liebe …

… oh, wie schön! …

… erinnern Sie sich an Ihre?

Klar. Sie hieß Georgia. Ich war 16 und sie ein Jahr älter. Oh Mann, haben meine Kumpels damals geguckt, ha!

Wer hat denn wen damals klargemacht?

Ich sie – 1,2,3 – mit Anlauf. Und sie hat sich nicht gewehrt. Wir haben geknutscht, dann wurde es mehr, wir zogen zusammen und nach vier Jahren war Schluss. Wir haben keinen großen Kontakt mehr. Ist ja eh immer komisch, die erste Liebe später wiederzusehen.

Das ändert sich nicht?

Nein, die erste Liebe bleibt was Besonderes. Wir hatten uns ja auch nicht gestritten oder sind fremdgegangenen, vier Jahre hatten einfach gereicht.

Angst, sich total zu binden?

Ja, so was. Ich war jung und wollte mich austoben. Ich hatte damals tolle Freunde, die mich aufgefangen haben. Das ist echt wichtig: Wenn Schluss ist mit einer so wichtigen Beziehung, muss man sich sofort ein paar Bier besorgen und quatschen.

Geht der Liebeskummer vorbei?

Ja, klar. Ein paar Jahre später kann man darüber sogar lachen. Und die neue Liebe findet man auch. Ich zumindest.

Im Hintergrund brüllt sein jüngster Sohn, der ist drei Monate alt. „Der hat Hunger, sorry.“ Kein Problem. Gute Besserung! AG

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