Werbinich : Christian Ulmen?

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Christian Ulmen , gibt’s den noch? Nach „Herr Lehmann“ und „Unter Ulmen“ wurde er nicht mehr gesehen.

Der versteckt sich privat in Potsdam und beruflich im Montagabendprogramm auf Pro 7. Da spielt er „Dr. Psycho“.

Was ist das?

„Die Bösen, die Bullen, meine Frau und ich“ lautet der vollständige Titel, es ist eine Serie, die komisch ist, aber keine platte Comedy. Ulmen spielt einen Polizeipsychologen, der durch sein Leben stolpert.

Ein Psychologe? Einfühlsamkeit war nicht gerade Ulmens Stärke.

Stimmt, wenn man an seine Sendung „Mein neuer Freund“ denkt. Da war er vor allem gut im Blamieren und Vorführen. Der kann aber auch was anderes.

Etwa?

Trottelig-liebenswert sein. Max Munzel wird etwa einmal als Geisel genommen, da klingelt sein Telefon, seine Frau ist dran: „Du, das ist jetzt gerade ganz schlecht, ich bin gerade Geisel“, sagt er. Oder: Als Liebesbeweis bestellt er ihr panflötenspielende Indios zum Arbeitsplatz. Solch eine Fußgängerzonen- Combo.

Fußgängerzonen-Accessoires als Liebesbeweis – wer kommt denn auf solche Ideen?

Der Stromberg-Produzent Ralf Husmann hat die Serie geschrieben. Diesmal aber nicht nach britischem Vorbild – Stromberg ist ja fast eins zu eins „The office“.

Braucht Ulmen denn eine Textvorlage?

Das Drehbuch ist sozusagen ein Maßanzug für ihn. „Ich habe ihm die Serie auf den untrainierten Leib geschnitten“ hat Ralf Husmann mal gesagt. Und ein kleines bisschen politische Unkorrektheit ist auch wieder dabei. Nur sind dafür vor allem Max Munzls Polizeikollegen da.

Und Ulmen darf gar nicht?

Nö. Er hat übrigens mal sehr schön erklärt, warum er politisch unkorrekte Sätze gut findet. Wenn er etwa an einem Buffet stehe, und eine wahnsinnig dicke Frau nehme sich eine gute Portion Mousse au Chocolat und Vanillesauce, dann würde er denken: „Nimm doch lieber die Erdbeeren, liebe dicke Frau.“ Jeder Mensch hätte manchmal Arschloch-Gedanken, sagt er.

Ulmen ist selbst nicht gerade superdünn.

Mag sein. Er geht aber ziemlich offensiv damit um. Nebenwirkungs-Assoziationen bezüglich seines Gewichts provoziert er etwa mit Geschichten über die Dreharbeiten zu „Dr. Psycho“: Die Hemden hätte er während des Drehs im Sommer ständig vollgeschwitzt, wegen seines dicken Cordanzugs. Und in einer Tüte trug er Fleischwurst, um den Filmhund zu becircen. Die löste sich in der Hitze auf und Ulmen fing dazu auch noch an, „nach der Wurstmasse zu stinken“.

Lecker.

Ach, das macht ihm nichts, der ist da ganz pragmatisch. Charlotte Roche empfahl er mal eine Nasendusche. Seitdem liefe der Rotz besser, sagt sie. jea

Nicht zu verwechseln mit Stefan Raab, Engelbert und Oliver Pocher.

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