Werbinich : Christoph Maria Herbst?

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Christoph Maria Herbst , wow, mit Fahndungsfoto. Hat er was angestellt?

Nur schöne Dinge. Herbst ist Schauspieler. Er spielt im Fernsehen den Bürochef Stromberg, so einen eigenverliebten Typen. Daher kennt man sein Gesicht. Nächste Woche ist er als König im Kino zu sehen.

Stromberg, das war doch der mit den Sprüchen, die so gar nicht gehen.

Genau. „Lirumlarum“ sagt er gerne, oder: „Da muss der Papa aber jetzt mal überlegen“, oder: „Man soll den Arsch nicht höher heben, als man scheißen kann“. Weil er so gut den Menschentyp „Radfahrer“ dargestellt hat, der nach obenhin buckelt und nach unten tritt, hat er im Frühjahr den Grimme-Preis bekommen. Das ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Preis für Serien im Fernsehen.

Darf er denn jetzt mal jemanden Symphatischeren spielen?

Mal sehen. Ab nächsten Donnerstag ist er im Kinofilm „Hui Buh“ als „König Julius der 111.“ zu sehen. Der kommt auf die Burg und stört das Schlossgespenst Hui Buh. Zumindest darf Herbst jetzt auch mal gut aussehen. Und muss nicht so einen Klobrillenbart tragen, wie für den Stromberg. Stattdessen gibt’s eine schmeichelnde Kinnlang-Frisur wie sie Shakespeare aus „Shakespeare in Love“ trägt und der Prinz aus der Kekswerbung. Und dafür bekommt er dann auch die deutsche Gwyneth Paltrow, Heike Makatsch. Wenn Hui Buh, das Gespenst, gespielt von Bully Herbig, nicht dazwischenkommt.

Nette Darsteller-Auswahl. Bully ist doch auch ’ne Nummer.

Ja, eine große. Von ihm ist doch der „Der Schuh des Manitu“, mit 11 Millionen Besuchern einer der erfolgreichsten deutschen Filme.

Weshalb heißt der eigentlich Bully?

Angeblich, weil er als Kind beim Fußballspielen immer ein Trikot von Bayern München trug, auf dem stand: „Die Bullen kommen!“. Irgendwer machte aus dem „Bullen“ den „Bully“.

Bully, Heike, Grimme – der Herbst steht in der Poleposition des deutschen Films?

Könnte sein. Er dreht neue Stromberg-Folgen, außerdem noch einen Kinofilm und eine Krimiserie. Darin soll er angeblich der deutsche Columbo werden.

Viel zu tun, der Gute.

Stimmt. Wenn er die Nase voll hat, dann zieht er seine „80-Jahre-Loriot“-Box aus dem Regal, hat er mal gesagt. Die würden ihm immer ein Lächeln auf die Lippen zaubern, auch wenn es ihm richtig beschissen geht. jea

Nicht zu verwechseln mit: Klaus Maria Brandauer, Meister Proper, Peter Lustig

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