Werbinich : Das Eisenbahngedicht

Nora Molkenthin(22) Maite Jagau(21), Robert Drost (20)

Eisenbahn, oh Eisenbahn

Du treibst mich in den Eisenwahn.

Ach, hätt ich einen heißen Kahn,

Dann könnt ich mehr als 30 fahrn

* * *

Du kommst zu früh, du kommst zu spät

Und ich bin es, der im Regen steht.

Ich sitz hier rum, im Gange geht

Ein Schaffner, der hier Zwietracht sät.

* * *

Und vom Ersatzverkehr durchtrieben,

Bist du uns häufig ferngeblieben.

Die Ankunft mussten wir von sieben

Auf des Nachts um zwei verschieben.

* * *

Im Bus herrscht Fahrradfahrverbot,

So schlugen wir im Abendrot,

Mit unsrem letzten Fladenbrot

Noch einen letzten Schaffner tot.

* * *

Wir stillten also unsre Wut

An des armen Schaffners Blut.

Doch in des Abends roter Glut

Klingt von Ferne ein „Tut-Tut“

Als Nora, Maite und Robert diese Zeilen schrieben, hockten sie irgendwo genervt in der Provinz und warteten auf ihre Bummelbahn . Sie waren mit dem „Wochenendticket“ unterwegs, seit gefühlten 28 Stunden schon. Das erklärt dann einiges …

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