Werbinich : Das Kind vor der Tür

Es läutet

Oma greift nach dem Knauf

Macht die Tür auf

Ein Kind steht dort, in Lumpen gehüllt

Mit Kälte und Trauer erfüllt

„Aus Sturm und Schnee, da komme ich

Lass mich ein, verjag mich nicht“

„Komm herein, steh nicht hier

Was mir gehört, gehört auch dir“

Das Kind tritt ein

Ins Fest hinein

Eine Familie sitzt dort

Lacht und singt in einem fort

Ein Teller mit Keksen steht auf dem Tisch

Es riecht nach Gänsebraten und frischem Fisch

„Leider haben wir kein Geschenk für dich“

Das Kind lächelt, es gefällt ihm sehr

„Lasst gut sein, daran mangelt es nicht“

Es wird ein schönes bescheidenes Fest

Denn nur die Kinder erkennen es

Sie flüstern:

„Seht nur, seht nur, das Christkind ist da

Oh, wie ist Weihnachten wunderbar!“

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