Werbinich : Der Kuss und die Welt

Von Marc Reznicek (27)

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Ein Kuss

Und eine Welt geht flöten

Man mag das dann bewerten,

Wie man will.

Ein Himmel als Ersatz

Ist nicht von Nöten.

Nicht dass hier Engel

Hilfe böten

Das Jetzt geht unter,

Es wird schaumig still.

* * *

Das ist hier ganz schön duster,

Muss man sagen,

Man sieht das eig’ne Herz

Vor Augen kaum. Von weitem

Ahnt man helle Schatten

Wie im Traum.

* * *

Als Silhouette

Einen schlanken starken Baum,

Dessen Äste

Leuchtend Früchte tragen.

* * *

Im dichten Urweltnebel

Klingt es,

Man glaubt,

Man wär’ nicht ganz allein,

Denn dort im Brustkorb drinnen

singt es.

* * *

Und mit gezischten Worten

Ringt es,

Ums nackt,

Ums klein

Und weise sein

* * *

Das schmeckt dann je

Nach saurem Apfel auf der Zunge

Und vor Dir schließen Lippen

Wie ein Tor.

* * *

Daneben mit dem Engelschwert

Ein Junge verbrennt

Dir jede Luft

In Deiner Lunge.

* * *

Er lebt im Paradies,

Du stehst davor.

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