Werbinich : Der lange Weg zum neuen Gesetz

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Nach siebenjähriger Debatte trat heute vor einem Jahr, am 1. Februar 2004, das neue Schulreformgesetz in Kraft. Dass es so lange dauerte, bis das Gesetz endlich abgestimmt werden konnte, ist zwei Regierungswechseln geschuldet – und der PisaDebatte.

Hauptziel des Großvorhabens war von Anfang an, den Schulen mehr Eigenverantwortung zu geben. Die damalige Schulsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) warb den grünen Bildungsreformer Tom Stryck eigens aus der Frankfurter Schulverwaltung ab, um das Gesetzeswerk in diesem Sinne auf den Weg zu bringen.

Das schlechte deutsche Abschneiden bei der internationalen Pisa-Studie führte dann aber dazu, dass der Gedanke der Leistungskontrolle und Qualitätsverbesserung größeren Raum einnahm. Nicht durchsetzen konnte sich die PDS mit ihrer Forderung, flächendeckend Gesamtschulen einzuführen.

Zu den wichtigsten Neuerungen des Gesetzes zählen – neben der erweiterten Schulautonomie – folgende Vorhaben, die nach und nach umgesetzt werden:

verpflichtende Sprachkurse für Migranten in den letzten sechs Monaten vor der Einschulung. Der erste Kurs beginnt heute.

Abschaffung der Vorklassen

vorgezogene Einschulung der Kinder mit fünfeinhalb Jahren

Hochbegabtenförderung

Vergleichsarbeiten

verpflichtende Förderpläne, um die Sitzenbleiberquote zu senken

mittlerer Bildungsabschluss auf der Grundlage von Vergleichsarbeiten in der zehnten Klasse

zwei Geschwindigkeiten zum Abitur: je nach Schüler und Schultyp nach 12 oder 13 Jahren

mehr Mitbestimmung für Eltern und Schüler

Kompetenz von außen: Der Schulkonferenz soll ein externes Mitglied angehören, also etwa ein Unternehmer aus der Umgebung, damit frische Ideen in die Schulen kommen. Tsp

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