Der letzte Schrei : Häschenfilme im Netz

Wir haben eine super Seite im Netz gefunden - mit klugen Hasen, blonden Hasen und Nazi-Hasen.

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Immer auf die Pfoten. "Bambi" und den Hasen "Klopfer" kennt jeder - die neuen Filme, die wir im Netz entdeckten, nicht.Foto: dpa

Wir ziehen Brad Pitt und DiCaprio die Ohren lang. In drei Wochen geht die Berlinale los. Also schnell nochmal fitmachen in Sachen Filmklassiker. Und mit schnell meinen wir: genau 30 Sekunden. So lange dauern die kostenlosen Filmchen auf der Internetseite www.angryalien.com. In jedem wird ein Hollywood-Streifen nachgespielt – und zwar mit Zeichentrickhasen in der Hauptrolle. Ja, so niedliche wie in Bambi. Die Dinger haben auch süße Quietschstimmen. Nur was sie anstellen, ist manchmal brutaler als bei Bambi: In „Kill Bill“ metzelt sich eine blonde Hasendame mit Schwert durch die Gegend, beim Texas-Kettensägen-Massaker wird im Sekundentakt gemordet und bei „Saw“ muss sich das gefesselte Langohr mit dem Taschenmesser ... Wie im echten Film eben.

Die Internetseite ist nicht nur ein netter Zeitvertreib, sondern kann einem richtig weiterhelfen im Leben. Zum Beispiel, wenn Tante Sibylle seit Jahren nervt, wie romantisch Casablanca ist, und man selbst nicht mitreden kann. Der Schwarz-Weiß-Schinken dauert fast zwei Stunden im Original, dabei kann man die Handlung ganz leicht in einer halben Minute zusammenfassen: Hasen-Mann verliebt sich in Hasen-Frau, ein anderer Hase ist eifersüchtig. Und zum Schluss erschießt der Hasen-Mann einen Nazi-Hasen. Keine Ahnung, was Tante Sybille daran findet.

In den USA ist die Angryalien-Seite schon seit zwei Jahren populär – seit die Macher sich „Brokeback Mountain“ vorgenommen haben. Wie die beiden schwulen Cowboy-Hasen sich oben auf dem Berg ineinander verlieben, ist einfach putzig.

Gerade sitzen die Macher an der Umsetzung von Tarantinos „Death Proof“. Da wird wieder einiges Hasenblut fließen. Und dann soll auch „Fluch der Karibik 3“ neu verfilmt werden. Und endlich „Jurassic Park“ mit einem langohrigem T-Rex.

Schade, dass es das Prinzip noch nicht für alte Literatur-Klassiker gibt. Bellum Gallicum, Shakespeare und „Die Leiden des jungen Werther“. Die Zeit können wir besser in der Caféteria verbringen. sel

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