Werbinich : DER LETZTE SCHREI

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NIE WIEDER BOUSSA UND BASTI

Mit Motor FM macht Radio hören endlich wieder Spaß

Die Frequenz von Motor FM ist 106,8. Und das Rezept ist einfach: Es gibt dort nur gute Musik. Das heißt, es gibt keine Klingeltonwerbung, genau genommen überhaupt keine Werbung , es gibt keine Morningshows, keine Stauwarnungen , keine Moderatoren mit künstlichen, von der Sprecherausbildung deformierten Stimmen, keine Nachrichten und keine Jingles. Motor FM ist eine echte Offenbarung für Berlin und alle, die Radio hören, weil sie gerne Musik hören. Der Sender spielt nämlich nicht nur Musik von Bands, die schon einen Plattenvertrag haben oder sonstwie bekannt sind, sondern auch welche von Bands, die noch niemand kennt. Dabei beobachten die Leute von Motor FM die Musik ganz genau, die aus Berlin und Deutschland kommt – damit nicht nur immer das gespielt wird, was sowieso schon bei den anderen Sendern von morgens bis abends läuft. Trotzdem gibt es natürlich nicht nur Deutsches – unter dem Motto „Auslandsspionage“ melden sich ab und zu Agenten aus London, New York, Paris, Tokyo und Helsinki zu Wort und berichten von den neuesten musikalischen Entwicklungen vor Ort.

Sehr praktisch ist, dass man auf der dazugehörigen Internetseite viele Lieder, die Motor FM spielt und die einem gefallen, direkt downloaden kann. Das heißt, man kann sich so seine ganz eigene Sammlung zusammenstellen, weil man viele der Songs in Plattenläden nicht kaufen kann. So will sich Motor FM finanzieren; bald wird man vielleicht sogar seine Lieblingsmusik über das Mobiltelefon direkt herunterladen können, heißt es.

Wer also schon immer genervt war von den Berliner Radiosendern, hat jetzt eine gute Alternative. Motor FM macht gerade deswegen gute Laune , weil der Sender nicht zwanghaft gute Laune machen will. Interessant auch die Lesepausen: Zwischen den Musikstücken lesen ab und zu Musiker oder Schriftsteller aus ihren Werken vor, immer nur recht kurz, aber effektvoll – zum Beispiel Francoise Cactus. Und vollkommen unbekannte schwedische Bands gratulieren plötzlich mit seltsamem Akzent zum Sendestart.Haben sie ja auch allen Grund zu. oom

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