Werbinich : DER LETZTE SCHREI

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ICH BIN DER PICKNICKER

Stoppt die Korbflechte!

Her mit dem Rucksack!

Wer diesen Sommer keinen Picknick- Rucksack hat, für den ist die Grillsaison nur halb so schön, da bin ich mir sicher. Ich meine einen richtigen Rucksack. Auf keinen Fall darf es stattdessen so ein rechteckiger Koffer aus Korbgeflecht sein, innen mit einem geblümten oder blau-weiß gestreiften Stoff bezogen und insgesamt extrem unhandlich. Viel besser ist da ein Rucksack – er wirkt lässig, sportiv und funktional.

So ein Rucksack erfüllt eigentlich genau den gleichen Zweck wie ein herkömmlicher Picknickkoffer. Er enthält Teller, Gläser, Besteck und oft auch andere nützliche Dinge wie Servietten, Korkenzieher oder Pfeffer- und Salzstreuer, manchmal sogar noch eine Decke. Und das alles gibt es schon fertig gepackt zu kaufen. Nur die Eier muss man selber hart kochen.

Für ein zünftiges Picknick im Park ist also alles dabei, man muss zu Hause nicht erst stundenlang nach alten Tellern und Messern suchen, bevor es endlich losgehen kann und es in der Zwischenzeit bestimmt angefangen hat zu regnen.

Das Gute an einem Rucksack ist also, dass er genauso praktisch ist wie ein Picknickkoffer, dabei aber weitaus komfortabler zu tragen. Der wichtigste, unschlagbare Rucksackvorteil allerdings ist folgender: Ein Rucksack sieht nicht so spießig aus wie ein Picknickkoffer und verleiht seinem Träger ein ganz anderes Image.

Es weiß nicht sofort jeder, der mich auf der Straße damit sieht: „Aha, die geht jetzt wohl in den Park und macht ein Picknick.“ Das klingt dann gleich so nach Faulenzen und Untätigkeit. Vor allem unter der Woche würde ich mich mit so einem Koffer in der U-Bahn unwohl fühlen – mal ganz abgesehen von der schon erwähnten Spießigkeit eines solchen Korbungetüms. Wenn alle anderen um mich herum zur Arbeit fahren, möchte ich mich auch nicht als jemand outen, der durchaus auch mal wochentags Zeit für ein kleines Picknick im Park hat.

Ein Rucksack weckt selbstverständlich ganz andere Assoziationen als der klassische Korb: Erstens könnte auch ich damit auf dem Weg zur Arbeit sein, ganz einfach eine Menge dabeihaben, und mir meine spärliche Freizeit erst noch hart verdienen. Oder ich könnte, und dieser Irrrtum der anderen Fahrgäste gefiele mir noch viel besser, auf dem Weg ins Fitness-Studio sein. Von Untätigkeit also keine Spur!

Ich habe so einen Picknickrucksack von meinen Eltern zu Weihnachten geschenkt bekommen. Wahrscheinlich ist auch das ein Grund, warum ich ihn so gerne mag. Die Vorstellung, dass meine Eltern, die in einer kleinen, sehr grünen Stadt wohnen, einen Garten und dazu noch eine Terrasse besitzen, sich überlegt haben, wie sich ihre Tochter auch im großen und in ihren Augen furchtbar zubetonierten Berlin einen schönen Sommer machen kann, hat mich gerührt. Vor allem, da meine Mutter Geschenke eigentlich immer nur auf „Bestellung“ kauft, weil sie denkt, meinen Geschmack sowieso nicht zu treffen. Aber an Weihnachten haben sich meine Eltern getraut etwas auszusuchen und einen echten Volltreffer gelandet. Auf die Frage meiner Mutter, welches denn mein schönstes Geschenk sei, konnte ich dieses Mal mit wirklich gutem Gewissen antworten: „Mein wunderschöner Picknickrucksack!“ kami

Einen Picknickrucksack gibt es zum Beispiel von Jack Wolfskin.

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