Werbinich : DER LETZTE SCHREI

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MODE AUS DÄNEMARK

Superfantastisch:

Taschen aus Lachsfisch

Neulich in Kopenhagen: In den schicken Einkaufsstraßen müssen sich shoppingbegeisterte Einheimische und Touristen durch knöchelhohen Schneematsch den Weg von einer Boutique zur anderen bahnen. Aber das scheint den besonders intensiv gestylten Däninnen am wenigsten auszumachen: Sie tragen wadenhohe Wanderstiefel, auch zum Rock oder zur Achtzigerjahre-Röhrenjeans. So hat es eine Freundin aus Hamburg bei einem Kurztrip beobachtet. Und sie machte eine weitere, nicht minder interessante Beobachtung: In der dänischen Hauptstadt trägt man jetzt hübsche Handtaschen aus Fischhaut . Das war selbst der Hamburgerin unbekannt.

Taschen, Portemonnaies und Gürtel gibt es dort in vielen bunten Farben, mal schuppig, mal glatt, selbst in Gold oder Silber. Meist aus Aal, aber auch aus Karpfen oder Lachs. Okay, zugegeben: irgendwie klingt’s eklig . Allerdings macht sich ja auch niemand Gedanken, was in Fischstäbchen drin ist oder wie eigentlich ein Ledergürtel entsteht. Und ja: Täschchen aus Fischhaut, das hört sich schon sehr extravagant an, und die Teile sind auch nicht ganz billig: Um die 100 Euro kostet eine Fischtasche. Allerdings gibt es Portemonnaies schon ab 30 Euro und elegante Gürtel für 40 Euro.

In den Kopenhagener Boutiquen stapelten sich jedenfalls die Kartons mit den fischigen Accessoires, erzählte meine Freundin, selbst in normalen Kaufhäusern gab es Fisch nicht mehr nur in der Lebensmittelabteilung im Tiefkühlregal. Prompt sah sie auf der Straße eine Stiefelträgerin mit Vokuhila-Frisur, die sich durch den Schneematsch kämpfte – unterm Arm eine rote Aaltasche.

Schuld an dem Fisch-Hype sind zwei dänische Designerinnen: Lis Beck und Anna Söndergaard. Mit der Idee, Aalen, Karpfen oder Lachsen die Haut über die Kiemen zu ziehen, um daraus Mode zu machen, schafften sie den Durchbruch. Dabei waren sie nicht einmal die Ersten, die auf die Idee kamen: Populäre Labels wie Dolce & Gabbana oder Prada hatten schon früher Fischhaut im Programm. Becksöndergaard entwerfen passend dazu auch Ketten aus Muschelschalen, Perlmutt oder Korallen , die schon Lust machen auf den nächsten Sommerurlaub an der Küste. Sei es nun am Timmendorfer Strand oder in Spanien.

All das gibt es nun auch in Berlin, gesehen im Bezirk Mitte.

Der weichen Aalhaut sieht man die Herkunft übrigens erst auf den zweiten Blick an. Und einen schleimigen Eindruck machen die Aal-Accessoires auch nicht: Das Material ist ganz trocken und fühlt sich an wie besonders dünnes, weiches Leder. Lachse und Karpfen haben schuppige, feste Haut - und so sehen die daraus genähten Stücke auch gröber und robuster aus.

Übrigens ist auch die Angst vorm ersten Date mit einer Fischtasche unterm Arm unbegründet: Die Modelle riechen nach gar nichts . dal

In Berlin werden Teile der Kollektion bei „Majaco“ in der Fehrbelliner Straße 24 angeboten. Im Internet unter www.becksondergaard.com kann man sie anschauen. Wer nach Kopenhagen fliegen will, muss früh aufstehen. Der erste Flug ab Berlin-Tegel startet morgens um 6.40 Uhr. Noch billiger geht es mit dem Bus – die einfache Fahrt kostet 25 Euro. Und Fischstäbchen gibt’s ja in jedem Supermarkt um die Ecke.

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