Werbinich : DER LETZTE SCHREI

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DER HANDBALL-FANSCHAL

Die wollene Alternative zum Fan-Schnauzbart

Deutschland – Land der Rekorde.

Wir sind Papst.

Wir sind Exportkönig.

Ja, wir sind Weltmeister.

Schon wieder. Irre, oder?

Diesmal sind wir es im Handball, hat ja jeder mitbekommen. Und wir sind echter Weltmeister, nicht nur „Weltmeister der Herzen“, wie es die Fußballer waren. Die Folge: Die Deutschen haben eine neue Lieblingssportart, zumindest behaupten das jetzt wieder alle. Beim ersten Bundesliga-Spiel nach der WM zählte der Münchner Sportsender DSF 430 000 Zuschauer – bei Kiel gegen, äh, Lemgo! Das sind 130 000 mehr als bei Übertragungen vor der Weltmeisterschaft.

Bleibt nur zu klären, wie man seiner neu entdeckten Leidenschaft Ausdruck verleihen soll. Für Die-Hard-Handball-Fans stellt sich diese Frage nicht. Längst haben sie sich einen Heiner-Brand-Gedächtnisschnauzbart wachsen lassen (die Unentschlossenen haben sich lieber einen zum Ankleben besorgt). Wem das zu prollig ist, dem sei zu einem anderen Unterstützungs-Utensil geraten. Dem Klassiker der Fankultur: dem Fanschal. Empfohlen sei an dieser Stelle das Modell „ Schal VfL Gummersbach mit Deutschlandstreifen an beiden Seiten“ in schickem Blau-Weiß mit schwarz-rot-goldenen Verzierungen. Der ist nicht nur schöner als jeder Schnäuzer, sondern auch praktischer. Im Gegensatz zu Erstgenanntem hält er bei Wind und Wetter nämlich – oha! – warm.

Das ist für Handballfans zwar uninteressant, weil der Sport in Hallen ausgeübt wird, allerdings schmückt man sich auf diese Weise mit der Insignie eines Gewinners. Ist der 1861 gegründete VfL Gummersbach doch nicht irgendein Verein, sondern als zwölfmaliger Deutscher Meister, fünfmaliger Deutscher Pokalsieger, achtmaliger Europapokalsieger und immerhin einmaliger Europameister dafür verantwortlich, dass Gummersbach auf seiner Homepage mit dem Slogan „Welthauptstadt des Handballs“ werben darf! Kein schlechter Titel für eine 54 000 Einwohner zählende Kreisstadt im Oberbergischen Land, die einen Ortsteil namens Dümmlinghausen beherbergt.

Wo, äh, Lemgo liegt, klären wir später irgendwann. mho

Den Schal gibt es für satte 15 Euro im Netz: www.vfl-gummersbach.de. Coolere Klamotten näht notfalls Oma. Atlanten gibt’s im Erdkunde-Raum.

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