Werbinich : DER LETZTE SCHREI

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DER BEINAHE-STAR SPIELT IN BERLIN

Burger statt Bohlen:

Max Buskohl rockt im SO 36

Bevor dieser Text so richtig beginnt, erst mal eine Bitte zur Wahrung des öffentlichen Friedens: Bitte nicht kreischen.

Versprochen?

Gut, danke, dann kann’s losgehen.

Also: Mit etwas Glück wird heute im S-Bahnhof Friedrichstraße vor der „Burger King“-Filiale ein total schnuckliger Typ auftauchen. Einer mit langen braunen Haaren, röhriger Stimme und einem markanten Piercing an der Unterlippe. Sein Alter: 18. Sein Name: Max Buskohl.

Max ist bekanntlich am Sonntag bei „ Deutschland sucht den Superstar “ rausgeflogen. Ja, das ist schade. Aber: Nein, niemand muss weinen. Denn der „süße“ bzw. „voll süße“, „echt süße“, „total süße“ oder auch „mega-süße“ (O-Töne aus dem Fanforum) Max wird wohl schon in drei Wochen wieder auf der Bühne stehen. Am 19. Mai spielt seine Rockband Empty Trash im SO 36 , das ist dieser Rockschuppen in der Oranienstraße in Kreuzberg. Buskohl ist der Sänger dieser Combo (und ohne Sänger gestalten sich Songs eher schwierig). Wie wir jetzt der Band-Internetseite (www.empty-trash.de) entnehmen dürfen, verkauft die Band ihre Tickets am Freitag vor eben jenem Burger King in der Friedrichstraße. Für sieben Euro.

Dieser Termin am 19. Mai ist ziemlich wichtig, weil es das Halbfinale ist im Talentwettbewerb „Emergenza“. Sehr weit hat es Max Buskohl zum SO 36 nicht. Er wohnt in Berlin, angeblich in Halensee, nicht gerade das typische Viertel für Knüppelrock. Egal. Jedenfalls ist er als Beinahe-Supermegastar in dieser Stadt in bester Gesellschaft. Alle, die mal Superpopstars werden wollten, landen hier.

Beispiele gefällig? Hier sind sie. Erstens wäre da diese Glam-Rock-Band mit dem schrägen Namen Nu Pagadi , den sich nur eingefleischte Fans merken konnten. Die waren 2004 Popstars, doch dann war alles ganz schnell vorbei. Sängerin Doreen war später mit Sido zusammen. Und dieser Patrick, der immer mit ganz viel Kajal unter den Augen herumlief, schleppt heute Musikboxen bei Konzerten von Boss Hoss, zieht Gitarrensaiten auf und wischt das Bier vom Boden. Er ist jetzt Roadie statt Superstar (aber böse gucken kann er immer noch, hat er neulich beim Konzert im Admiralspalast toll gezeigt!). Auch Alexander Klaws , 23, hat in Berlin seinen Zweitwohnsitz. Der Typ ist nett, wobei eine Kollegin in der Redaktion neulich mal angemerkt hat: „ Nett ist der Bruder von langweilig!“ Seit Dezember spielt Alex im Musical „Tanz der Vampire“ den Alfred. Superstar? Na ja. Genauso wenig wie dieser Typ mit dem Zickenbärtchen und seinem Rock-Popsong „Angel Of Berlin“ – Martin Kesici, der bei Star Search ganz groß rauskam. Er wohnt in Wedding und hat sich mit seiner Rockband „emKay“ geschworen: „2007 wird besser.“

Na dann, Lautstärkeregler hoch, Haare lässig ins Gesicht und: „One, two, three, four!“ Viel Erfolg euch allen. AG

Karten für das Buskohl-Konzert gibt’s auch auf der Homepage der Band (falls die Musiker heute doch nicht zum S-Bahnhof Friedrichstraße kommen). Wer selbst Star werden will, bitte: Gestern erreichte uns die Nachricht, dass jetzt Pro 7 wieder für „Popstars“ sucht – auch in Berlin. Am 5. Mai findet ein Casting im Kosmos in der Karl-Marx-Allee 131 statt . Die Anmeldung kann einfach vor Ort erfolgen, los geht’s um 8 Uhr. Einzige Bedingung: Ihr müsst mindestens 16 Jahre alt sein. Und ihr müsst uns natürlich davon erzählen – mit allen Details, auch den peinlichen.

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