Werbinich : DER LETZTE SCHREI

ALLES BEGANN AM KU’DAMM

Mädchen, ran an die Gitarren!

„Debbie Rockt“ kommt nach Berlin

Nette Story. Schlurfen also eines Tages im Sommer ’06 fünf Mädchen über den Ku’damm und sehen plötzlich zwei Geschwister auf dem Gehweg sitzen. Die eine drischt auf ihre Gitarre ein und singt, die kleinere hält ein Pappschild hoch: „Debbie sagt Danke!“ Vor ihnen eine Box, in die Passanten doch bitte Kleingeld werfen sollten.

„Wir waren zum Fotoshooting in Berlin und sind nachmittags am Ku’damm rumgelaufen“, erzählt Fie, 16 Jahre alt und eines der fünf Mädchen, die staunend vor den beiden Ausreißern stehen geblieben sind. „Wir dachten: Wow, mutig, so allein in Berlin – das rockt! Wir haben sie angesprochen, sie hieß Debbie. Und später im Hotel haben wir gesagt: So nennen wir uns, oder?“. Und so kam der Bandname „Debbie rockt!“ zustande.

Fie ist die Sängerin dieser fünf Mädchen aus dem Süden Stuttgarts (konkret: Reutlingen) und geht in die zehnte Klasse. Schlagzeugerin Tan, 19, und Bassistin Rosa, ebenfalls 19, haben gerade ihr Abitur geschafft; Gitarristin Denise, 17, geht in die elfte Klasse und die zweite Gitarristin, Kathi, wird zur Erzieherin ausgebildet. Sie singen: „Liebe auf den ersten Popp / Das ist dein Lebensmotto / Wenn vögeln alles ist, was zählt / Tust du uns wirklich leid – Du Arsch!“ Gut, das liest sich jetzt vielleicht ein bisschen beknackt, ist aber gar nicht so übel mit Gitarren im Hintergrund. „Wir singen über junge Themen und mehr aus weiblicher Sicht“, sagt Fie. Und nein, die Texte seien nicht immer furchtbar ernst gemeint. „Uns dürfen auch Jungs hören“, sagt sie

Debbie rockt! stehen längst beim Labelgiganten SonyBMG unter Vertrag. Es ist ja so: Endlich kommen mal ein paar Mädchen raus, die statt alberner Softpopdancelieder punkige Rockmusik machen und zu Gitarren greifen. Wann gab’s das zuletzt schon? „Das ist auch gar nicht so einfach“, sagt Fie, „in unserem alten Jugendklub mussten wir anfangs die anderen Jungs überzeugen, dass auch Mädchen rocken – ohne Männer in der Band.“

Sie singen frech und direkt, spielen schneller als Tokio Hotel, die ähnlich jung angefangen haben und denen auch nicht jeder eine derart steile Karriere zugetraut hat. Das Album von Debbie rockt! heißt „Egal, was ist…“ und kommt am 13. Juli raus, also am nächsten Freitag. Doch bereits am 10. Juli spielen die fünf Mädchen im „Frannz Club“ in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg. Wir sind gespannt!

Eine Frage bleibt aber. „Kennt denn jemand vielleicht von euch eine Debbie, die mal am Ku’damm gerockt hat?“, fragt Fie. Nach der Handynummer hätten sie damals nicht gefragt. „Vergessen. Aber wir würden gern Danke sagen – für den Namen. Und für ’ne gute Show“. AG

Wer Debbie kennt, mailt an werbinich @tagesspiegel.de. Wer zum Konzert gehen will, sollte am 10. Juli im „Frannz“ auftauchen, Schönhauser Allee 36 – der Eintritt kostet nur 13 Euro. Viel Spaß!

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