• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Die Jugendband "The Difference" : Der kleine Unterschied

13.12.2012 17:53 UhrVon Paula Leocadia Pleiss

Die Jungs von "The Difference" sehen aus wie ewige Gewinnertypen. Für besser als andere Jugendbands halten sie sich aber nicht - sie sind halt einfach oft unterschiedlicher Meinung.

Ein winziger Kellerraum in einem unauffälligen Neubauhaus in zweiter Reihe mit Garten, aus dem laute Rock-, Pop- und Rock’n’Roll-Töne erschallen, deren Botschaften fast zu bedeutsam für diesen kleinen Raum wirken: „Sometimes we win and sometimes we loose!“ Letzteres kann man sich bei den fünf Jungs von „The Difference“ kaum vorstellen. Sie sehen eher wie ewige Gewinnertypen aus, die mit beiden in ihren Blue Jeans steckenden Beinen fest auf dem Boden stehen. Seit letztem Sommer haben sie alle ihr Abitur und verfolgen ihre eigenen Wege, die alle mehr oder weniger zielstrebig auf akademische Laufbahnen hinführen. Nur dauerhaft ausschließlich als Musiker zu arbeiten, das kann sich keiner der fünf wirklich vorstellen.

Und trotzdem finden sie sich immer wieder bei Bandproben und Gigs zusammen.
„Eins sollte ich von Anfang an klar stellen: Nur weil wir ‚The Difference‘ heißen, halten wir uns nicht automatisch für besser als all die anderen Jugendbands. Viele, die den Bandnamen mit ‚Unterschied‘ übersetzen, glauben das. Dabei würde ‚Meinungsverschiedenheit‘ viel besser passen. Wir heißen ‚The Difference‘, weil wir als Bandmitglieder so unterschiedlich und in erster Linie immer anderer Meinung sind“, sagt Tim, der Bassist. „Anfangs haben Anton, der Schlagzeuger, und ich angefangen, nur für uns ein bisschen zu jammen. Wir sind ja schon eine halbe Ewigkeit befreundet. Irgendwann kam dann Nils, der Gitarrist, dazu und die Idee von einer Band wuchs in unseren Köpfen. Seitdem sind Chris, unser Sänger, und Tobi, der andere Gitarrist, dabei. Bei unserer ersten Bandprobe haben wir überhaupt nicht harmoniert und ich dachte, das würde nie was werden. Aber wir haben einfach nicht aufgegeben, weiter probiert und irgendwann auch Kompromiss für den Umgang mit unseren vollkommen unterschiedlichen Lieblingsmusikrichtungen und Charakteren gefunden. Jetzt machen wir eben eine Musik, die von unterschiedlichen Vorlieben, Meinungen und Strömungen wie Rock, Pop, Country oder Rock’n’Roll beeinflusst wird."

Das ist zum Beispiel eine wilde Mischung aus den „Red Hot Chilli Peppers“, „Kings of Leon“, „Queen“ und den „Dire Straits“. Das wird uns allen irgendwie am meisten gerecht“, reflektiert Tim die Geschichte seiner Band, während Chris, anfangs müde und gelangweilt wirkend, auf einer in der Ecke des Probenraumes stehenden Box sitzt. Tobi spielt pausenlos auf seinem neuen Effektgerät herum und Nils sitzt in einer Ecke und stimmt seine Gitarre. Anton beobachtet ihn dabei und lässt seine Sticks durch die Finger tanzen. Man versteht schnell, was Tim mit den Differenzen der Bandmitglieder unter einander gemeint haben muss. Auch als sie beginnen zu spielen, ein paar gecoverte und selbst geschriebene Songs für Tonaufnahmen oder ihren nächsten Auftritt vorbereiten, wirken sie trotz der jeweiligen musikalischen Talente anfangs eher dissonant.

Die zunehmende Annäherung von Instrumentenstimmen und Gesang schleicht sich erst mit der Zeit in die Musik. Dennoch wirkt diese spätestens zu Beginn der Pause absolut harmonisch. Als sie anschließend beginnen, ihren erst kürzlich geschriebenen Song „Escape into the Night“ einzuüben, klingt er nach einer ruhigen und eher langweiligen Pop-Nummer. Keiner von ih­nen scheint mit dem Ergebnis wirklich zufrieden, als Chris mit einem überraschenden Enthusiasmus in der Stimme ein „Hey Leute, ich hab’s!“  ausstößt und eine Flut von Ideen aus ihm heraussprudelt, die alle anderen hellauf begeistert. Und so beginnen sie das ursprünglich langweilige Lied in einen mitreißenden Rock-Song zu verwandeln. Jeder der Jungs findet für seinen eigenen Part neue Ideen und Herausforderungen. Die Probenwut will kein Ende nehmen, doch irgendwann ist auch „The Difference“ erschöpft und dennoch scheinbar berauscht durch die Stimmigkeit ihres neuen Liedes, so dass sie nach dieser Probe den anste­henden Aufnahmen und dem kommenden Auftritt mit freudiger Erwartung entgegenblicken.

Am 15. Dezember spielt die Nachwuchsband „The Difference“ aus Berlin im Schöneberger Kulturzentrum „Die Weiße Rose“. Die Karten kosten an der Abendkasse 6 €.

Tagesspiegel twittert

Weitere Themen