Werbinich : Die neue Intervall-Schulung

Gerd Nowakowski

Urlaubsstimmung – das war vorgestern. Seit Montagmorgen ist wieder Alltag eingekehrt in die Berliner Schulen. Die Kinder müssen sich morgens wieder aus den Betten quälen, und den Lehrern geht es wahrscheinlich nicht anders. Am Sonntag waren die Flugzeuge und Bahnen gut gefüllt mit Familien, die die kurzen Osterferien bis auf den letzten Tag ausgenutzt haben. Schließlich hatten die Ferien ganz unüblich erst mitten in der Woche vor den Ostertagen begonnen. Aus zahlreichen Schulen wurde berichtet, dass Eltern kurzerhand ihre Kinder schon einige Tage früher aus der Schule nahmen, damit zwei volle Urlaubswochen zusammenkommen und eine Reise lohnt. Schließlich waren schon die Winterferien mit nur einer Woche ungewöhnlich kurz geraten.

Kurz aber häufig, haben sich die Ferienplaner gedacht – falls sie darüber nachgedacht haben. Jedenfalls bleibt bis zum Ende dieses ungewöhnlichen Schuljahres nicht viel Zeit für die Lehre. Denn die nächste Unterbrechung naht schon. Erstmalig gibt es Pfingstferien – die aber nicht Ferien genannt werden, sondern als unterrichtsfreie Zeit gelten. Begründung: Die Turnhallen der Schulen werden als Unterkunft für das deutsche Turnfest benötigt. Den Eltern ist die offizielle Bezeichnung egal, sie stehen vor allem vor dem Problem, die Betreuung ihrer Kinder für diese Woche zu organisieren. Schließlich können nur die wenigsten Väter oder Mütter schon wieder Urlaub machen. Zudem beginnen außergewöhnlich früh, etwas mehr als vier Wochen nach den Pfingstferien, bereits die Großen Ferien. Man kann das positiv sehen: Bei so vielen Unterbrechungen hat der Alltagstrott in den Schulen keine Chance. Viele werden sich aber fragen, ob diese Kurzintervalle dem Lern-Erfolg der Kinder und Jugendlichen zuträglich sind.

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