Die POETEN der Woche : Vom Verlust der Nächstenliebe

Tobias Laudahn[20]

Außen dunkel, innen hell

innen langsam, außen schnell,

dunkler Tunnel, gelbe Bahn,

niemand mag’s, doch alle fahr’n.

Offensive, Defensive,

Dicke, Dünne, Große, Kleine,

Invalide , Depressive,

doch einfach Nette? Beinah’ keine!

Ein wilder Schrei der Bremsmechanik,

Flammen aus dem Nachbarwagen ,

niemand denkt auch nur an Panik,

keiner hilft, denn alle zagen.

Jeder ist sich selbst der Nächste,

hat unpersönlich, arrogant,

das Prinzip der netten Geste,

vor Jahren aus dem Geist verbannt.

Keine wäscht ’ne andre Hand,

der grüne Daumen scheint verblichen,

das Buch der Bücher ausgebrannt ,

die Nächstenliebe ward entwichen.

Großstadt hin und Kleinstadt her,

Alles irgendwie beklemmend,

viele Leute, wenig Flair,

zu viel Regeln wirken hemmend.

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