Werbinich : Die schöne Wunde

Diese Woche:

Katharina Tummuseit

Zuerst stahlst du

Mir einen Gedanken;

Meine Verfassung

Geriet ins Wanken.

Später dann die

Drauffolgende Nacht;

Ich hielt für dich

Eine endlose Wacht.

Jede Faser lacht in meinem Herzen,

Dialektisch ein Gefühl

Von Schmerzen.

* * *

Amors Pfeil hat mich

Wahrhaft getroffen,

Ob er auch dich verwundete,

Ist offen.

Mir bleibt nur

Ein geduldiges Sehnen

Mit diesem verbunden

Viele Tränen.

Einmal gepackt,

Lässt sie dich nicht mehr los;

Traum und Erfüllung

Sind nun noch gleich groß.

* * *

Es vergeht jetzt kaum eine Stunde,

In der mich nicht schmerzt

Die schöne Wunde.

Doch dieses so qualvolle Vermissen,

Dieses allzu grausame

Nicht-Wissen.

* * *

Ach, zu strenge Regeln hat die Liebe:

Amor und Cupido sind wie Diebe;

Tückisch verwirren

Sie meine Sinne,

Höre nicht meine,

Nur noch seine Stimme.

Jeden Ton und alle Atemzüge,

Scheint’s mir,

Als ob eine Wolke

Trüge mein Herz

In die wunderbarsten Sphären.

Seine Augen,

Die eines Engels wären,

An dessen vertrauensvoller Hand,

Ich geführt werde

In ein sorgloses Land.

* * *

Habe Mut

Und gesteh’ deine Qualen!

Dann wird er

Mit an deinem Glück malen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar