Werbinich : Die Schulen, die Lehrer, die Kritiker

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In Brandenburg besuchen fast 324 000 Kinder und Jugendliche eine öffentliche Schule.

DIE GESCHICHTE

Alles begann mit einem Modellversuch von 1992 bis 1995. Damals hieß das Fach „Lebensgestaltung, Ethik, Religion“ und wurde an 41 Schulen probeweise unterrichtet. 1996 wurde es als reguläres Pflichtfach in den Klassen 7 bis 10 schrittweise eingeführt. Schüler können sich nur dann befreien lassen, wenn sie stattdessen konfessionellen Religionsunterricht besuchen – das sind etwa fünf Prozent.

DIE SCHULEN

„Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde (LER)“ gibt es bereits an 97 Gy mnasien , das sind fast 100 Prozent aller Gymnasien. Mit 70 Realschulen sind 91 Prozent dieses Schultyps abgedeckt. Zudem wird an 189 Gesamtschulen LER erteilt (87 Prozent).

Seit dem Schuljahr 2003/2004 wird LER auch an Grundschulen gelehrt. 33 Schulen begannen, dieses Schuljahr kamen 26 Schulen dazu – so dass es jetzt an 59 von 428 Grundschulen LER erteilt wird.

DIE LEHRER

Noch kann nicht an allen Schulen LER unterrichtet werden – weil es zu wenige ausgebildete Lehrer gibt. Derzeit sind es 664. Gerade nehmen 32 Pädagogen an einer zweieinhalbjährigen Weiterbildung für die Sekundarstufe, also Klasse 7-10, teil, 38 Pädagogen bilden sich knapp zwei Jahre für den Unterricht in Klasse fünf und sechs fort. An der Universität Potsdam gibt es einen LER-Studiengang.

DIE KRITIKER

Kritik an LER üben vor allem Kirchen und Christdemokraten. Die Brandenburger CDU-Bildungsexpertin Carola Hartfelder bezieht sich auf eine Forschungsarbeit aus dem Bildungsministerium, nach der „die Lerneffekte nicht so sind wie erwünscht“. Bei LER komme Religion zu kurz. Das Fach funktioniere nur an Schulen, an denen sich die Lehrer absprechen, damit es nicht zu Überschneidungen komme. Kritik übt auch der Fachverband Ethik : Die Rahmenpläne seien überladen, es fehlten aber Hinweise zur Medienkunde und Kooperation mit anderen Fächern. Das Grundgesetz sei kein Thema; es fehle eine „praxisgerechte Orientierung an übergreifenden Zielen wie Integration, Gewaltprävention und persönliche Mündigkeit.“ kög

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