Werbinich : Die tote Sprache lebt

Schüler fotografieren Latein im Alltag

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Latein ist eine tote Sprache – oder? Wer das glaubt, sollte sich in Berlin etwas genauer umschauen. Das zumindest finden die Lateinklassen des Paulsen-Gymnasiums in Steglitz. Mit Fotoapparaten bewaffnet, begaben sie sich in Berlin auf Spurensuche und machten interessante Funde: Überreste der antiken Sprache kommen im Alltag viel häufiger vor als man denkt. Sei es die Nivea-Creme, die man fast täglich benutzt oder der Mars-Riegel für zwischendurch – Latein ist allgegenwärtig. Nur merken es die meisten kaum.

Die Idee für das Projekt entstand bei einem Lateinfest in der Schule. Zwischen Tuniken, Gladiatorenausrüstung und römischen Wagenrennen fragten sie sich, was noch vom alten Rom übrig geblieben ist. Zusammen mit ihrer Lehrerin Regina Freese-Rieck und Angelika Lozar von der FU Berlin organisierten sie eine Ausstellung. „Latein and the city“ ist jetzt in der Abguss-Sammlung Antiker Plastiken in Charlottenburg zu sehen. Zwischen Statuen von Venus und Mars hängen nun die rund 30 originellsten Fotoarbeiten. Insgesamt hat Latein in den Schulen keineswegs an Beliebtheit verloren. Allein in den Klassen fünf bis zehn belegten im vergangenen Schuljahr rund 16 300 Schüler das Fach. Tendenz steigend. sast

Die Ausstellung in der Schloßstr. 69 b ist noch vom 24. bis 27. August, 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Mehr Informationen im Netz unter: www.abguss-sammlung-berlin.de

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