Werbinich : Die Zeit reicht nur für die Pflicht

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Große Resonanz gab es auf den Aufruf zur Teilnahme am Erzählwettbewerb des Tagesspiegels: Von der Grundschullehrerin aus Kreuzberg über den Referendar am Gymnasium bis hin zur Leiterin eines Kunstcafés, die mit Zuwandererkindern arbeitet, reichte die Bandbreite der Rückmeldungen. Etliche allerdings, die uns geschrieben haben, können nicht zur LehrerInfoveranstaltung am 2. Juni kommen, weil sie durch die mündlichen Abiturprüfungen, durch Korrekturen oder Konferenzen verhindert sind.

Damit sind sie mitten in dem Dilemma, vor dem viele Lehrer täglich stehen: Die Zeit reicht nicht für das, was sie für richtig und wichtig halten, was ihnen und den Schülern neue Anregungen geben könnte.

Genau darum ging es auch beim Berliner Gesundheitstag, den die Lehrergewerkschaft GEW und die Senatsverwaltung für Bildung am Donnerstag erstmals organisiert hatten: Die meisten Lehrer haben das Gefühl, infolge der ständig steigenden Unterrichtsverpflichtung noch weniger ihren Aufgaben gerecht werden zu können. Alles was über diese Pflichten hinausgeht – egal ob eine Fortbildungsveranstaltung oder eine Klassenfahrt – wird zunehmend argwöhnisch betrachtet und als Zumutung empfunden.

Lichtblicke gab es trotzdem vergangene Woche. Etwa das Vorhaben, Gesundheitszirkel an Schulen einzurichten. Da könnten die Probleme der Kollegen mal nicht zwischen Tür und Angel, sondern konzentriert und lösungsorientiert auf den Tisch kommen. Es gibt immer Verbesserungsmöglichkeiten. Manche Schulleiter wissen es nur nicht. D.N./sve

An dieser Stelle greifen wir Themen auf, die uns in der vergangenen Woche auf der Schulseite beschäftigt haben.

Infos unter www.tagesspiegel.de/erzaehlwettbewerb. Anmeldungen zur Infoveranstaltung ( 2. Juni, 16 Uhr) an dorothee.nolte@tagesspiegel.de.

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