Werbinich : Dieter Kosslick?

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Dieter Kosslick ist seit Mai 2001 BerlinaleChef. Das heißt, die erste Berlinale, die er organisiert hat, war die im Februar 2002. Wer tut Kosslick genau?

Dieter Kosslick ist der Mann, der vor dem Berlinale-Palast am roten Teppich steht. Man erkennt ihn daran, dass er einen roten Schal trägt und einen Hut und dass er jedem die Hand schüttelt. Küsschen hier, Umarmung da, das ist sein Job: Ein Filmfestivalchef muss vor allem ein guter Gastgeber sein. Dieter Kosslick ist ein sehr guter Gastgeber, er kennt nämlich alle. Sagen jedenfalls alle, die ihn kennen.

Aha. Wie ist Dieter Kosslick Berlinale-Chef geworden?

Kosslick ist Schwabe, 1958 in Pforzheim geboren. Das ist praktisch, denn er muss sparsam umgehen mit dem Geld, das die Sponsoren und Kulturstaatsministerin Weiss, also der Bund, für die Berlinale bereitstellen. Es ist außerdem praktisch wegen der Schwaben-Connection: Roland Emmerich, der Regisseur von „The Day after Tomorrow“, kommt auch aus dem Schwabenland. In diesem Jahr hat Kosslick ihn zum Jury-Präsidenten gemacht.

Bloß wegen eines Dialekts wird einer doch nicht Berlinale-Chef.

Also gut: Kosslick hat ordentlich in München Politik studiert und wurde dann Redenschreiber des Hamburger Bürgermeisters Ulrich Klose. Er war auch Pressesprecher und Redakteur, bei der linken Zeitschrift „Konkret“ und wurde dann neun Jahre lang Filmförderer in Nordrhein-Westfalen. Sein erster Chef-Job: Geld verteilen, damit Filme produziert werden können.

Was für ein Typ ist er eigentlich? Hat er wirklich immer gute Laune?

Naja, wenn er von seinem Sohn Fridolin erzählt – Kosslick ist letztes Jahr zum ersten Mal Vater geworden – , dann schon. Und komisch ist er, bringt die Leute zum Lachen, zum Beispiel mit seinem super schlechten Englisch, das er mit den Leuten aus Hollywood sprechen muss. Seit er die Berlinale macht, ist das Wetter im Februar meistens fast frühlingshaft.

Kosslick muss ja gerade sehr im Stress sein. Wie sieht sein Wellness-Programm aus?

An jedem Festival-Tag isst er exakt um 16 Uhr 45 einen Teller Pasta. Er trinkt wenig, raucht wenig. Schläft fünf Stunden, von drei bis acht, macht dann Yoga und leistet sich ab und zu eine Massage. Während des Festivals wohnt er nämlich im Hotel am Potsdamer Platz. chp

Nicht zu verwechseln mit Jörg Kachelmann, Walter Momper, Erwin Teufel und dem Sandmännchen.

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