Werbinich : Dixie Chicks?

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Dixie Chicks? Hört sich an wie Fast Food, wie eine neue Chicken-Wings-Marke. Aber das ist diese Frauenband aus Texas, oder?

Genau. Natalie Maines, Martie Maguire und Emily Robinson haben die Countrymusik entstaubt – sie haben sie einfach mit Pop und Rock gemixt. Gerade haben sie für ihr Album „Taking the Long way“ fünf Grammys bekommen.

Glückwunsch. Sind die aber nicht so eine Art Staatsfeinde in den USA?

Na ja, das ist übertrieben, aber George Bush und seine Republikaner sind ziemlich wütend auf die. Kurz vorm Irakkrieg hat Sängerin Natalie nämlich verkündet: „Wir schämen uns dafür, dass der Präsident aus Texas stammt.“

Ja, und? Den mögen doch viele nicht und den Irakkrieg erst recht nicht.

Ach, damals sahen das viele Amerikaner anders. Die drei wurden als Vaterlandsverräter beschimpft und mit dem Tod bedroht. Die meisten amerikanischen Radiostationen verbannten ihre Lieder aus dem Programm. Emilys Grundstück wurde verwüstet. In Louisiana wurden ihre CDs mit einem Traktor niedergewalzt. Natalie floh schließlich aus den Südstaaten nach Los Angeles.

In den USA wird Meinungsfreiheit noch wichtiger genommen als in anderen Demokratien, Freedom of Speech und so.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 haben regierungskritische Künstler ganz schön zu leiden. Sie und ihre Lieder stehen auf „schwarzen Listen“ im Internet und bei Radiosendern. Zum Beispiel die mit 150 „fragwürdigen“ Titeln, die nicht mehr gespielt werden sollen.

Was für Lieder sind das denn?

„Peace Train“ von Cat Stevens zum Beispiel und John Lennons „Imagine“ über eine Welt ohne Religion und Vaterländer.

War da nicht was mit Bruce Springsteen?

Stimmt. Dem wurde zuerst die Polizeieskorte gestrichen, weil er ein kritisches Lied gesungen hatte. Und im Wahlkampf 2004 war er sozusagen der Anführer, als mehrere bekannte Musiker eine zweite Amtszeit von Bush verhindern wollten – darunter waren auch die Dixie Chicks.

Wie ging es denn mit denen weiter?

Sie haben sich zwar für ihre „respektlose Haltung“ entschuldigt, aber trotzdem weiter gegen Bushs Politik protestiert. Sie waren zum Beispiel fast nackt auf der Titelseite einer Zeitschrift, bemalt mit Sprüchen wie „Saddam’s Angels“. Wahrscheinlich sind sie Bush auch bald los, spätestens im Jahr 2009. Der darf nämlich nicht noch einmal kandidieren. dma

Nicht zu verwechseln mit den White Chicks, mit der Familie von Daisy Duck und mit den Drei von der Tankstelle.

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